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Mittwoch, 6. Juni 2012

Opferverbände empört: Streit um das Linken-Fest am 17. Juni


Die Linke hat den 17. Juni für die Sause angesetzt – den Tag, an dem ihre Vorgängerpartei SED 1953 mithilfe der Sowjets aufs eigene Volk losging.
Die Linke hat den 17. Juni für die Sause angesetzt – den Tag, an dem ihre Vorgängerpartei SED 1953 mithilfe der Sowjets aufs eigene Volk losging.
Foto: bildmaschine.de
Berlin –  

Ärger für die neuen Linken-Chefs Katja Kipping und Bernd Riexinger: Ausgerechnet am 17. Juni will die Partei ihr „Fest der Linken“ feiern. Opferverbände und andere Parteien sind empört.

Am Sonntag kommender Woche jährt sich zum 59. Mal der Volksaufstand im Juni 1953. An den Tag des – von der DDR-Regierung und der Sowjetarmee blutig niedergeschlagenen – Arbeiterprotests mit 55 (belegten) Todesopfern wird stets mit mehreren Veranstaltungen erinnert.

Auch 2010 feierte sie in der Kulturbrauerei (hier mit den damaligen Vorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst).
Auch 2010 feierte sie in der Kulturbrauerei (hier mit den damaligen Vorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst).

Die Linke hat hingegen für das Wochenende ein buntes Programm mit Jazz-Musik, Kinderunterhaltung und Diskussionsrunden in der Kulturbrauerei vorgesehen. „Eine absolute Geschmacklosigkeit“, schimpft Hugo Diederich, Chef der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS). „Es ist unerträglich, dass die Nachfolger der Partei der Täter an diesem Tag ein fröhliches Fest feiern.“

FDP und CDU fordern eine Absage. Der liberale Bundestagsabgeordnete Patrick Kurth: „Gegen diese Geschichtsvergessenheit und Verklärung muss es zivilgesellschaftlichen Aufschrei geben. Die Linke sollte sich überlegen, welche Mittel sie anwenden würde – bis hin zur Tolerierung von Gewalt –, wenn die NPD ein Frühlingsfest am 20. April (Hitlers Geburtstag, Anm. d. Red.) feiern würde.“

Der Berliner CDU-Generalsekretär Kai Wegner: „Mit diesem Fest zeigt die Linke ihr wahres Gesicht. Statt der zahlreichen Opfer des Volksaufstandes zu gedenken, tritt sie deren Gefühle mit Füßen. Wenn die Linke ein Hauch von Anstand besitzt, entschuldigt sie sich bei den Opfern und sagt das Fest an diesem Tage ab.“

Ein Parteisprecher bezeichnete die Äußerungen als „absurde Vorwürfe“. „Das Fest der Linken findet wie geplant statt.“

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