Sonntag, 13. November 2011
SPD-Basis meutert

Große Proteste gegen die S-Bahnpläne des neuen Senats

Von R. Gorny

Berlin –  

Und schon stehen die Signale auf Rot. Innerhalb der SPD regt sich Widerstand gegen den gerade erst von Rot-Schwarz beschlossenen Fahrplan zur Rettung der S-Bahn.

Nach dem Willen der Spitzenpolitiker beider Parteien soll der neue Senat bis Ende dieses Jahres Gespräche mit dem Mutter-Unternehmen Deutsche Bahn über den gesamten Erwerb der S-Bahn-AG durch das Land Berlin führen. Treptow-Köpenicks Bürgermeister Oliver Igel (SPD): „Ich würde die Finger davon lassen. Es ist fraglich, ob das Land Berlin ein besseres Know-how hat, damit die S-Bahn wieder störungsfreier fährt.“

Protest kommt auch aus anderen Bezirken. Der Grund: Sollte sich die Bahn gegen einen Verkauf der S-Bahn wehren, soll ein Viertel des Streckennetzes, und zwar der Ring, ausgeschrieben werden. Lichtenbergs neuer Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) warnt: „Private wollen nur Gewinn machen.“ Michael Arndt, SPD-Chef in Steglitz-Zehlendorf: „In Großbritannien ist die Privatisierung voll zulasten der Kunden gegangen.“ Kritik kommt nach KURIER-Informationen auch aus den SPD-Kreisverbänden Spandau und Reinickendorf. Ein SPD-Parteitag muss dem Koalitionsvertrag mit dem S-Bahn-Beschluss am 21. November zustimmen ...

Der bayerische Bahnexperte Karl-Dieter Bodack kann die SPD-Bedenken nur schwer nachvollziehen: „Wir haben bei uns in Bayern gute Erfahrungen mit privaten Anbietern gemacht. Sie bieten mehr Komfort und günstigere Preise als die Deutsche Bahn.“

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