Linke und Autonome halten bei ihrem Protestmarsch durch Schöneweide ihre Parolen hoch.
Er gilt als Berlins schlimmster Nazi und hat diesen Ruf erneut bestätigt. Gegen Sebastian Schmidtke (27) laufen Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung. Der NPD-Landeschef sprühte im Streit Karl-Heinz B. (54) Pfefferspray ins Gesicht.
Vorher hatte der völlig betrunkene Karl-Heinz B. mit einem Messer gedroht.
Ein Kiez im Bann des braunen Spuks! Passiert ist dieser Vorfall am Sonnabend um 19.05 Uhr in der Brückenstraße. Er zeigt, wie sehr dort die Nerven blank liegen. Kurz zuvor waren 150 Linke (mit teils vermummten schwarzem Block) durch die Straße gezogen, hatten gegen den Nazi-Treffpunkt „Zum Henker“ und gegen Schmidtkes Militaria-Laden „Hexogen“ protestiert. 150 Polizisten sorgten dafür, dass es keine Ausschreitungen gab, obwohl es oft brenzlig wurde.
Nazis fotografierten aus Wohnungen die aufgebrachte Menge, aus der Stinkefinger nach oben gezeigt wurden. Auch Schmidtke (getarnt unter Basecap und schwarzer Maske) knipste vom Balkon. Darum ging es offenbar auch später, als Polizei und Demonstranten schon weg waren.
Das Interkulturelle Bildungszentrum im Weitlingkiez wurde schon mehrmals Opfer von Neonazis.
Foto: FriedelDenn Schmidtke-Nachbar Karl-Heinz B. soll ebenfalls fotografiert haben – und zwar den Ober-Nazi! An der Auseinandersetzung beteiligt war noch ein dritter Mann, von dem die Polizei noch nicht weiß, wer er ist, welche Rolle er gespielt hatte. Beamte stellten bei Durchsuchungen Messer und Pfefferspray sicher, fertigten ebenfalls Videoaufnahmen an.
Seit Jahren gilt die Brückenstraße als „Wohnzimmer“ der rechten Szene. Mittlerweile haben sich hier neun Läden etabliert, in denen Neonazis ein- und ausgehen. Der „Henker“ gilt seit seiner Eröffnung im Februar 2009 als zentraler Szenetreff, Schmidtkes „Hexogen“ existiert seit exakt einem Jahr. An der Tür steht auf einem Aufkleber „German Colours only“ („Nur deutsche Farben“). Weiterhin gehören zum braunen Netz der Brückenstraße fünf weitere Kneipen und Clubs sowie ein Getränkehandel und ein Buchladen. Die Betreiber der genannten Läden haben nach KURIER-Informationen zum Teil langjährige Karrieren in Kameradschaften hinter sich, wurden straffällig und sind politisch aktiv.
Nach Niederschöneweide ziehen sich die Rechtsextremen aber nicht nur zum Biertrinken und Bücherlesen zurück, von hier aus starten und planen sie auch ihre Aktionen. Im Februar trafen sich Neonazis in der Brückenstraße zur gemeinsamen Fahrt zum Aufmarsch in Dresden, im April ging es von hier aus nach Marienfelde.
Das braune Problem grassiert in Schöneweide seit den 90er Jahren. Die Namen „Wiking Jugend, „Berliner Alternative Südost“ und „Frontbann24“ wechselten zwar, doch die Personen blieben die gleichen. Gefährlich und aktiv. Mittlerweile haben sich aber viele Bündnisse formiert, um dem Treiben ein Ende zu machen: Das Jugendbündnis „Bunt statt braun“, das Haus der Jugend Köpenick oder das BdA Köpenick protestieren regelmäßig gegen das Ausbreiten der rechten Szene in Niederschöneweide.

Nach seinem Arbeitsbesuch in Berlin hat US-Präsident Barack Obama die deutsche Hauptstadt am Mittwochabend wieder verlassen. Die US-Regierungsmaschine hob kurz nach 22 Uhr vom Flughafen Tegel ab. Mehr...

Nicht nur Menschen schwitzen bei der Brut-Hitze, auch die Hauptstadt-Hunde leiden! Sie hecheln ohne Ende. Fürsorgliche Frauchen und Herrchen helfen ihnen, die Hitze besser zu verkraften. Mehr...

Ein folgenschweres Urteil könnte Folgen für Tausende Radfahrer in Berlin haben: Die Richter geben verunglückten Radlern ohne Helm eine Mitschuld, auch wenn sie den Unfall nicht verursacht haben. Mehr...
