Totales Rauchverbot im Job! Erste Politiker und Arbeitgeber-Verbände wollen Rauchern eine qualmfreie Arbeitszeit zumuten. Der FDP-Abgeordnete Lars Lindemann fordert sogar Lohnabzüge für Raucher, wenn sie die Qualm-Zeit nicht nacharbeiten. Der Grund: Paff-Pausen kosten die Wirtschaft viele Milliarden.
Es ist eine Schock-Nachricht für alle, die von ihren Kippen nicht lassen können: „Schluss mit dem blauen Dunst bei der Arbeit!“, fordert Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft. Er beklagt, dass Qualm-Pausen teuer sind und die Betriebsabläufe stören.
Der Berliner Bundestagsabgeordnete Lars Lindemann (FDP) sagte dem KURIER zwar: „Rauchen ist für viele Menschen Genuss und sollte auch weiterhin während der Arbeitszeit möglich sein.“ Dann legte er aber nach: „Im Gegenzug sollte der rauchende Arbeitnehmer damit einverstanden sein, dass der Arbeitgeber das Recht auf volle Arbeitszeit beansprucht. Wer dazu nicht bereit ist, muss damit leben, dass der Arbeitgeber ihm auch nur die erbrachte Arbeitszeit bezahlt.“ Das heißt: Nur wer nacharbeitet, bekommt vollen Lohn!
Auch der SPD-Abgeordnete Lothar Binding, Sprecher der Nichtraucherschutz-Parlamentariergruppe „Ni (e) kotin“ , hält ein Paff-Verbot im Job für „gesundheitspolitisch und volkswirtschaftlich sinnvoll“. Die Debatte zeige, wie teuer das Rauchen betriebswirtschaftlich geworden sei. Was jemand in der Freizeit und außerhalb des Gebäudes mache, brauche nicht geregelt werden. Entscheidend sei aber das Gleichheits-Prinzip: „Es kann nicht sein, dass rauchende Arbeitnehmer durch bezahlte Raucher-Pausen bessergestellt sind als Nichtraucher. Hier sind die Tarifparteien gefordert.“
Bis jetzt gehen Unternehmen in Berlin ganz verschieden mit ihren Rauchern um: Air Berlin und Siemens richteten eigens Raucher-Räume ein. Mc Donald’s erlaubt das Qualmen dagegen nur in regulären Pausen und außer Haus.
CWI, MOW, NAS, ROG

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