Die SPD Neukölln wirbelt mal wieder Staub auf: Sie hat Hinweise, dass (nach islamischem Recht verheiratete) Zweit- und Drittfrauen gegenüber dem Sozialamt so tun, als seien sie alleinerziehende Mütter. Und obwohl sie in häuslicher Gemeinschaft mit dem Vater leben, kassieren sie dann als „eigenständige Bedarfsgemeinschaft“ Hartz IV.
Der Sozialstaat dürfe nicht zur wirtschaftlichen Grundlage der Polygamie werden. Neuköllns SPD-Chef Fritz Felgentreu zum KURIER: „Wir haben dazu nur Hinweise von Behördenmitarbeitern, und ich habe keine Patentlösung. Aber wir haben das Gefühl, dass sich hier eine besondere Spielart des Islam auf Kosten des Sozialstaats durchsetzen will.“ Der Bund müsse prüfen, ob und in welchem Umfang das Sozialsystem durch Polygamie missbraucht werde.
Neuköllns Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (Grüne): „Wenn eine Frau Anspruch auf Sozialleistungen hat, wüsste ich nicht, welchen Einfluss die Form des Zusammenlebens mit einem Mann darauf haben könnte.“ Die Integrations-Fachfrau der Grünen im Abgeordnetenhaus, Susanna Kahlefeld: „Klar, dass wir nicht für Polygamie sind. Aber diesen Frauen mit Kindern, die von dem Mann abhängig sind, darf man nicht die Sozialhilfe streichen. Damit bestraft man die Falschen.“
Die Verwaltungen von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) und Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) sahen sich nicht in der Lage, die Angelegenheit zu kommentieren. GL
Der Berliner Architekt Le Van Bo führt durch die von ihm entworfene "Hartz-IV-Wohnung".
Foto: dpa
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