Mittwoch um 11:07 Uhr ging's los. Mario Ziervogel eröffnete seinen neuen Laden auf der Schönhauser. Knallrot steht dort seit Tagen die Kampfansage „Ziervogel’s Kult-Curry“ überm Wursttempel. Dabei hatte Mutter Ziervogel versucht, per Gerichts-Verfügung gegen den Namen der Konkurrenz-Bude vorzugehen.
Mutter Walli will es nicht gut sein lassen. Der Zipfel des Anstoßes war ein Werbespruch auf Mario Ziervogels Internetseite. Der abtrünnige Sohn hatte dort den Zusatz „Currywurst seit 1960“ online gestellt. Unerwünschte Werbung mit der Familientradition fand Wurst-Walli und erwirkte vor dem Landgericht Berlin eine Abmahnung. Mario Ziervogel legte Widerspruch ein, Dienstag gab’s die Entscheidung im Wurstduell. „Die Internetseite stand zwei Tage online, war noch eine Baustelle.
Mario Ziervogel war dieser Zusatz nie wichtig“, erklärt sein Anwalt Christian Weitzberg. „Uns kam es auf den Namen ,Ziervogel’s Kult-Curry’ an, und der ist völlig unproblematisch, wie das Gericht gestern bestätigt hat.“ Die gute Nachricht für Mario Ziervogel: Er darf seinen Laden „Ziervogels Kult-Curry nennen“. Die gute für Mutter Waltraud: Den Zusatz „Currywurst seit 1960“ muss er weglassen. Ansonsten drohen 250 000 Euro Sanktionen, ersatzweise Ordnungshaft.
Doch die Wurst-Saga von der Schönhauser ist damit nicht zu Ende. Anfang Juni, als Mutter Waltraud von den Plänen des Sohnes erfuhr, beantragte sie beim Marken- und Patentamt die Rechte am Namen „Ziervogels Kult-Curry“. Die Entscheidung dort fällt aber erst im September. Viel mehr als um die Wurst scheint es bei Ziervogels ums Geld zu gehen, das Touristen aus aller Welt in die Kassen spülen. Die Curry-Saga, sie geht sicher in eine neue Runde. SHI
Waltraud Ziervogel und ihre Anwälte Ronald Schneehagen und Fabian Tiez. Den Markenstreit habe sie so nicht gewollt, sagt die Chefin.
Foto: SABINE GUDATH
Konnopke-Eröffnung: Die Berliner standen in einer Riesenschlange für ihre Lieblingswurst an.
Foto: Thomas Lebie

Bei Berlins Piraten fliegen wieder mal die Fetzen: Auf einer dreistündigen Krisensitzung hinter verschlossenen Türen ging es um Personalquerelen. Mehr...

Die bekannteste Altenpflegerin Deutschlands gewann vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Mehr...
