Die Häuser sind vollkommen intakt: Trotzdem sollen diese DDR-Plattenbauten an der Wilhelmstraße, die vor 22 Jahren gebaut wurden, abgerissen werden ...
Foto: UhlemannEin Wohnblock soll plattgemacht werden, damit ein Luxus-Bau an der Wilhelmstraße entsteht. Nach dem KURIER-Bericht über den Irrsinnsplan einer Grunewalder Grundstücksfirma fordern jetzt Politiker und Experten: Stoppt den Spekulanten-Abriss in Berlin!
Die DDR-Plattenbauten Wilhelmstraße 56-59, die weg sollen: Der Senat teilte den 44 Mietern mit, dass sie „sozialverträglich“ neue Wohnungen bekommen sollen. Das Schlimme: Senat und Bezirk mussten aufgrund eines Gerichtsurteils den Bau eines schicken Wohn- und Geschäftshauses auf dem Grundstück genehmigen.
Doch die Mieter wehren sich. Ihr Anwalt Oliver Ostdorf: „Trotz Baugenehmigung: Die Bewohner haben gute Chancen, in ihren Wohnungen zu bleiben. Wenn sie ,Nein’ zu den Umzugsangeboten sagen, dann muss es auch so akzeptiert werden.“
Rückendeckung bekommen die Bewohner auch von Mietervereins-Chef Reiner Wild. „Erst 22 Jahre alte Häuser zu beseitigen, weil man in der Gegend ums Brandenburger Tor mit einem Neubau höhere Mieten erzielen kann, darf kein Abrissgrund sein“, sagt er. „Der Senat muss schnell sein Verbot der Zweckentfremdung von Wohnungen einführen, um solche Spekulationsgeschichten zu stoppen.“
Ähnlich sieht es Miet-Expertin Katrin Schmidberger (Grüne). „Aber der Senat reagiert viel zu langsam“, sagt sie. „Mit Duldung von Spekulanten-Abrissen zerstört er bezahlbaren Wohnraum in der Innenstadt, von dem die SPD laut Wahlversprechen und Koalitionsvertrag doch mehr schaffen will.“ Ex-Sozialsenatorin Katrin Lompscher (Linke) fordert Senat und Bezirk auf, den Häuser-Abriss zu stoppen. „Sonst machen sie sich zu Erfüllungsgehilfen einer Luxusmodernisierung“, sagt sie.

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