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Entdeckt!: Goebbels’ geheimes Kunst-Versteck


Im Ruinenkeller hinter dem Erdhaufen wurden die Werke entdeckt.
Im Ruinenkeller hinter dem Erdhaufen wurden die Werke entdeckt.
 Foto: dpa
Berlin –  

Die Spur führt zu Goebbels: Die Kunstwerke, die im letzten Jahr vor dem Roten Rathaus gefunden worden waren, stammen aus einem „Geheim-Depot“ der Nazis.

Archäologen, die vor dem Bau der U 5 im Einsatz waren, hatten elf Skulpturen aus den Resten des Hauses Königstraße 50 geborgen. Es war 1944 zerbombt worden, die Kunst stürzte aus einer Wohnung in den Keller.

Das Mädchen mit der Weintraube ist inzwischen dem Bildhauer Karl Ehlers zugeordnet. Es steht mit den anderen Stücken im Neuen Museum.
Das Mädchen mit der Weintraube ist inzwischen dem Bildhauer Karl Ehlers zugeordnet. Es steht mit den anderen Stücken im Neuen Museum.
 Foto: AP

Dann begann das Rätseln: Wie gelangten die aus Museen und Sammlungen zusammengeraubten Werke, die 1937 in einer Ausstellung „entarteter Kunst“ von den Nazis diffamiert worden waren, in die Königstraße? Bislang verlor sich ihre Spur 1941, als sie ins Propagandaministerium von Joseph Goebbels (Mohrenstraße) gebracht worden sein sollen.

Landesarchäologe Prof. Dr. Matthias Wemhoff sagte dem KURIER: „Wir bekamen aus der Bevölkerung einen Hinweis.“ Daraufhin fand die FU-Kunsthistorikerin Dr. Meike Hoffmann
im Bundesarchiv einen Brief von 1942 und Listen hunderter Kunstwerke, von denen die meisten wahrscheinlich mit dem Haus verbrannten.

Im Brief eines Goebbels-Referenten steht, dass Werke, die von der 1937er Ausstellung zurückkamen, die nicht verkauft oder nicht vernichtet worden waren, in die Königstraße gebracht werden konnten. Wemhoff: „Wir wissen noch nicht, warum die Werke aufbewahrt wurden. Jetzt versuchen wir herauszufinden, ob ein Teil der Stücke noch vor der Zerstörung des Hauses wieder herauskamen.“

Nach dem ersten Fund sind noch zwei Werke dazugekommen: Eine Reiterstatuette aus den Beständen der Kunsthalle Mannheim und eine Marmorstele des Niebüller Künstler Richard Haizmann (1895-1963).

GL

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