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Rührend oder seltsam?: Knut: Eigenes Grab neben Dörflein


Karin Gude-Kohl und Erika Dörflein weihen das Knut-Denkmal ein. Es steht neben Thomas Dörfleins Grab.
Karin Gude-Kohl und Erika Dörflein weihen das Knut-Denkmal ein. Es steht neben Thomas Dörfleins Grab.
 Foto: Volkmer
Spandau –  

Der Himmel über dem Friedhof ist regengrau, durch die Bäume weht ein starker Wind. Es ist ein trauriger Ort, aber die drei Damen am Grab von Thomas Dörflein sind fröhlich und fühlen sich quietschlebendig. Ein großer Coup ist ihnen geglückt: Sie haben Knut ein Grab neben dem seines Tier-Pflegers gekauft. Ein Gedenkstein aus Marmor ehrt dort jetzt den toten Eisbären.

Die Knut-Fans wackeln zu Elvis-Presley-Musik mit den Hüften. Die Croissants, eine Leibspeise des Tier-Stars, liegen bereit. Gute Laune. So hätte es der Thomas gewollt. Seine Mutter Erika wirft einen liebevollen Blick auf das doppelte Grab. Helga aus Charlottenburg steckt sich eine Zigarette an. Eine kleine Party an der jetzt vollständigen, doppelten Ruhestätte: „Das haben sie sich verdient, der Thomas und der Knut. Sie waren so klasse“, sagt Karin aus Britz.

An Dörfleins Todestag im September waren sie auch da und haben „’nen Piccolo geköpft“. Für den Thomas gab es eine Flasche extra, die über seinem Grab ausgeschüttet wurde. Eigentlich hätte Knuts Gedenkstein schon damals fertig sein sollen, aber Steinmetz Bernd Kuhne war mit dem edlen Stück noch nicht soweit. Schließlich musste er ja Knuts Tatze aufwendig und lebensecht in den Marmor aus Carrara meißeln.

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Jetzt also die Einweihungs-Party kurz vor Knuts fünftem Geburtstag, den er heute gefeiert hätte. Porzellan-Eisbären und Fan-Briefe stehen auf dem doppelten Grab. Helga König, Erika Dörflein und Karin Gude-Kohl zünden Wunderkerzen an. Aber trotz Party sind sie auch ein wenig zornig: Der Zoo hat zehn Millionen Euro mit Knut verdient – „aber es gibt nicht mal eine 08/15-Gedenktafel!“

Das war der Grund, warum die verwitwete Karin Gude-Kohl 4000 Euro von ihrem Ersparten abzweigte: Sie bezahlte den Knut-Stein, pachtete das Grab neben dem von Dörflein für 17 Jahre. Der Friedhof In den Kisseln hatte kein Problem damit, dass hier gar kein Mensch bestattet wird. Und natürlich auch kein Eisbär. Karin: „Aber Knut und Thomas haben jetzt ihr verdientes Denkmal.“

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