Dienstag, 19. Juli 2011
Der Versager von der BND-Festung

Muss er jetzt seinen Schlapphut nehmen?


Berlin –  

Er gilt als sehr diskret, äußerst verschwiegen. Möglich, dass ihm jetzt vorschnelle Worte um seine Pannenbaustelle in Mitte den Kopf kosten. Ernst Uhrlau (64), Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND): Muss der Chef-Spion den Schlapphut nehmen?

BND-Chef Ernst Uhrlau (64) auf der Baustelle in Mitte, wo die neue Schlapphut-Zentrale entsteht. Der BND hat 6000 Mitarbeiter.
BND-Chef Ernst Uhrlau (64) auf der Baustelle in Mitte, wo die neue Schlapphut-Zentrale entsteht. Der BND hat 6000 Mitarbeiter.
Foto: dpa

Nach dem Diebstahl von Bauplänen für die BND-Zentrale hatte Uhrlau den Fall heruntergespielt: „Die verschwundenen Unterlagen waren eingeordnet in der untersten Geheimstufe, nichts von großer Bedeutung.“ Später kam raus, dass die Papiere sehr wohl sicherheitsrelevante Details enthalten. Hinzu kommt, dass etwa 2500 Firmen über sie verfügen könnten (KURIER berichtete).

Wolfgang Bosbach, Vize-Fraktionschef der CDU im Bundestag über die Saustall-Affäre: „Wenn man versucht, Kanzleramt und Öffentlichkeit zu täuschen, dann ist eine Grenze überschritten. Ich bin mir jedenfalls nicht sicher, ob die Bundesregierung noch Vertrauen in ihn hat.“ Uhrlau ist SPD-Mitglied, früherer Intimus der Regierung von Ex-Kanzler Gerhard Schröder.

In der CDU hat der Versager von der BND-Festung keine Freunde. In der CSU erst recht nicht, weil er den BND-Umzug von Pullach (Bayern) nach Berlin durchsetzte. Außerdem musste ein von Uhrlau geförderter Abteilungsleiter intern versetzt werden, weil der sich im Dienst-Computer Internet-Sex-Seiten angesehen haben soll. Peinlich, peinlich ...

Seit 26 Jahren erreicht kein BND-Chef im Dienst den Ruhestand. Wohl auch Uhrlau nicht. Offiziell geht er Ende des Jahres in Pension.

Wird die neue BND-Zentrale zum Milliardengrab?

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SCHA

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