Einen leckeren Kaffee trinken, dazu gemütlich eine Zeitung lesen oder mit guten Freunden plaudern – für Mütter mit Kinderwagen ist das in einem neuen Berliner Café verboten. Denn die haben Hausverbot. Und damit das auch eingehalten wird, hat der Betreiber einen schweren Betonpoller in die Eingangstür gesetzt.
„The Barn – Roastery“ heißt der Laden an der Schönhauser Allee mitten im Mama-Kiez. Besitzer ist der 45-jährige Ralf Rüller. „Das hier soll nun mal ein erwachsener Ort für Kaffee-Gourmets sein und kein Kinderhort“, rechtfertigt der 45-Jährige sein Kinderwagen-Verbot. Für die zahlreichen jungen Mütter und Väter, die mit einem sperrigen Kinderwagen unterwegs sind, gebe es im Kiez schließlich „genug andere Orte und Cafés. Die sind halt einfach nicht meine Zielgruppe“.
Überhaupt bricht Ralf Rüller mit den gängigen Klischees eines Cafés in Prenzlauer Berg. Auch die so weit verbreitete Angewohnheit, ein Laptop oder gar iPad mitzubringen, duldet der Gastronom nicht: Es gibt einen speziellen Lesetisch, an dem der Gebrauch mitgebrachter Computer gestattet ist – ansonsten ist die Rösterei Laptop-freie Zone. Und das wird von den Mitarbeitern auch rigoros kontrolliert.
Wer seinen Rechner auspackt, wird höflich, aber bestimmt gebeten, ihn auszuschalten – auf Englisch, das die offizielle Sprache in Rüllers neuem Laden ist.
Für Hotel-Liebhaber gibt es in Berlin viele ausgefallene Unterkünfte zu entdecken. Im Propeller Island City Lodge gleicht kein Raum dem anderen. Hier kann man im Raum „Therapy“ auf einem OP-Tisch nächtigen.
Foto: dpa-tmn„Mir ist schon klar, was ich mit meinen Regeln hier auslösen werde“, sagt der 45-Jährige. Und ja, er habe seit der Eröffnung am vergangenen Samstag tatsächlich schon mehrere beleidigte Mütter weggeschickt. „Aber das ist halt so in meinem Laden.“
Übrigens: Für Rollstuhl-Fahrer wird der Betonpoller „selbstverständlich weggeräumt“.
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