Im Tarif-Konflikt bei der BVG sind die Verhandlungspartner mit ihrem Latein am Ende. Die Gewerkschaft Verdi schlug am Dienstag eine Schlichtung vor. Landeschefin Susanne Stumpenhusen: „Wir holen die Warnstreik-Keule zunächst nicht aus der Tasche.“
Bis zum 29. Februar soll die Arbeitgeberseite einen Schlichter vorschlagen. Dieser muss nach 21 Tagen ein Ergebnis vorlegen. Die Streik-Gefahr ist dennoch nicht gebannt. Verdi-Verhandlungsführer Lothar Andres: „Wir haben vom Bundesvorstand weitere Aktionen genehmigt bekommen.“
KURIER: Warum quälen Sie die BVG-Fahrgäste so?
Stumpenhusen: Wenn sich am Verhandlungstisch nichts mehr bewegen lässt, ist ein Warnstreik das einzige und auch zulässige Mittel. Damit sollen nicht die Fahrgäste gequält, sondern der Arbeitgeber zum Einlegen gebracht werden. Die Verantwortung für einen Streik liegt niemals allein bei der Gewerkschaft.
Könnte der Streik doch noch in letzter Minute abgewendet werden?
Wir sind jederzeit gesprächs- und verhandlungsbereit. Allerdings müsste die Arbeitgeberseite dazu ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.
Wie könnte ein Kompromiss im Tarifkonflikt aussehen?
Die Arbeitgeber bieten ein zu geringes Volumen an und wollen, dass der Tarifvertrag drei Jahre läuft. Beides passt nicht zusammen. Wenn das angebotene Volumen zum Beispiel mit einer Laufzeit von zwei Jahren verknüpft würde, wäre das sicherlich ein interessanter Vorschlag.
Wie viel Geld haben Sie denn in der Streikkasse?
Die Streikkassen sind gut gefüllt – aber ich sage ganz deutlich, dass wir an einer Streiksituation nicht interessiert sind, sondern auf eine faire Lösung am Verhandlungstisch setzen. Dazu müssen die Arbeitgeber allerdings die entsprechenden Vorarbeiten leisten.
Verdi lehnt die letzten Arbeitgeber-Angebote mit Gehaltszuwächsen zwischen 36 und 42 Euro brutto im Monat als „nicht annehmbar“ ab. Auch den Vorschlag, unteren und mittleren Einkommen mehr zusätzliches Geld zu geben als Besserverdienern, findet Verdi nicht gut.
Alexander Kraus vom Bund der Steuerzahler: „Die Jobs sind dort im Vergleich zur Privatwirtschaft sicher. Ein Abschluss mit Augenmaß wäre sinnvoll.“ ROG

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