Dienstag, 21. Februar 2012
BVG-Tarifkampf schwelt weiter

Verdi lehnt 42 Euro mehr im Monat ab


Sonnabend hatte Verdi 15 Stunden lang Busse und Bahnen lahmgelegt. Nur die S-Bahn fuhr. Erneute Streiks sind möglich.
Sonnabend hatte Verdi 15 Stunden lang Busse und Bahnen lahmgelegt. Nur die S-Bahn fuhr. Erneute Streiks sind möglich.
Foto: dpa
Berlin –  

Im Tarif-Konflikt bei der BVG sind die Verhandlungspartner mit ihrem Latein am Ende. Die Gewerkschaft Verdi schlug am Dienstag eine Schlichtung vor. Landeschefin Susanne Stumpenhusen: „Wir holen die Warnstreik-Keule zunächst nicht aus der Tasche.“

Bis zum 29. Februar soll die Arbeitgeberseite einen Schlichter vorschlagen. Dieser muss nach 21 Tagen ein Ergebnis vorlegen. Die Streik-Gefahr ist dennoch nicht gebannt. Verdi-Verhandlungsführer Lothar Andres: „Wir haben vom Bundesvorstand weitere Aktionen genehmigt bekommen.“

Interview mit Verdi-Landeschefin Susanne Stumpenhusen

KURIER: Warum quälen Sie die BVG-Fahrgäste so?

Stumpenhusen: Wenn sich am Verhandlungstisch nichts mehr bewegen lässt, ist ein Warnstreik das einzige und auch zulässige Mittel. Damit sollen nicht die Fahrgäste gequält, sondern der Arbeitgeber zum Einlegen gebracht werden. Die Verantwortung für einen Streik liegt niemals allein bei der Gewerkschaft.

Verdi lehnt die letzten Arbeitgeber-Angebote mit Gehaltszuwächsen zwischen 36 und 42 Euro brutto im Monat als „nicht annehmbar“ ab. Auch den Vorschlag, unteren und mittleren Einkommen mehr zusätzliches Geld zu geben als Besserverdienern, findet Verdi nicht gut.

Alexander Kraus vom Bund der Steuerzahler: „Die Jobs sind dort im Vergleich zur Privatwirtschaft sicher. Ein Abschluss mit Augenmaß wäre sinnvoll.“ ROG

Das BVG-Streik-Chaos

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