Dienstag, 12. Juli 2011
BND-Zentrale

Spionage-Krimi in der Schlapphut-Festung


Wird die neue BND-Zentrale zum Milliardengrab?
Berlin –  

Die verschwundenen Baupläne der neuen BND-Zentrale in Mitte (KURIER berichtete) sorgen für Wirbel in der Politik. Wird der Komplex zum Milliardengrab?

So sagte der Linke-Abgeordnete Wolfgang Neskovic: „Das Verschwinden der BND-Baupläne bestätigt Zweifel an der Professionalität des Dienstes.“ Er forderte personelle Konsequenzen. Der „Focus“ hatte berichtet, dass mehrere als Verschlusssachen eingestufte Pläne des neuen BND-Hauptsitzes von dem streng überwachten Gelände geschmuggelt worden seien. Darunter seien auch interne Darstellungen des Technik- und Logistikzentrums mit sensiblen Angaben wie Positionen von Alarmanlagen und Anti-Terror-Einrichtungen gewesen.

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele, der auch Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums für Geheimdienste ist, sagte besorgt, die gestohlenen Baupläne seien „für jeden, der Böses vorhat, von großen Nutzen.“ Zudem warnte Ströbele vor einer weiteren Kostensteigerung bei dem Milliardenprojekt.

Bereits jetzt werde von der doppelten Summe (1,6 Milliarden Euro) als ursprünglich veranschlagt ausgegangen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse sei nochmals erheblicher Zusatzaufwand nötig.

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Ein früherer ranghoher Sicherheitsbeamter des BND sagte, neben dem materiellen Schaden sei auch der Imageschaden des BND bei anderen Geheimdiensten immens. So könnten diese nicht mehr sicher sein, dass geheime Dossiers beim BND in guten Händen seien. Laut „Focus“ hatten am Bau beteiligte Sub-Unternehmer die Baupläne nach Auftragsende nicht zurückgegeben.

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