Jetzt machen sie ernst. Die Wut-Rentner von Pankow haben Campingliegen aufgestellt, Proviant besorgt. Im Kampf um die Begegnungsstätte in der Stillen Straße 10 greifen die verzweifelten Senioren zum letzten Mittel. Sie besetzen das Haus, das ihr Lebensmittelpunkt ist!
Sonnabend, am 30. Juni, soll die Begegnungsstätte dichtmachen, das ist von der Politik beschlossene Sache. All die Aufrufe, Anträge und Appelle der Alten verhallten ungehört. Doch die Stille Straße still und leise verlassen? Nicht mit den wütenden Rentnern von Pankow! „Wir machen jetzt Nägel mit Köpfen“, sagt Doris Syrbe, die den Protest von Anfang an mitorganisiert hat. Wie lange sich neun Frauen und ein Senior – alle über 70 – in der Villa einrichten, wissen sie nicht. Auch ein Wachsystem müssen sie noch austüfteln. „Es gibt zwar Waschmöglichkeiten, aber keine Duschen“, sagt Doris Syrbe. „Wir wollen es so machen, dass immer mal einer nach Hause kann, um sich auszuruhen.“ Was die Jungen können, das können wir schon lange, mögen sich die Senioren gedacht haben. „Wir haben auch Kartenspiele dabei und ’nen Fernseher.“ Doch es wird schwül in den nächsten Tagen. „Wenn ältere Menschenmitten im Sommer bei hohen Temperaturen durch eine Hausbesetzung den Kampf für soziale Gerechtigkeit aufnehmen, sollte auch dem letzten Pankower Sozialdemokraten klar werden, dass es so nicht weitergehen kann. Die Stille Straße muss erhalten bleiben!“, erklärt sich Stefan Liebich, Pankower Bundestagsabgeordneter der Linken, solidarisch. SHI

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