Das Bikini-Haus am Zoo wird modernisiert. An der Budapester Straße wird auf einer der größten Baustellen Berlins gebuddelt. Jetzt will der Investor Bäume fällen. Damit Sattelschlepper besser aufs Gelände fahren können...
Seit Monaten baut die Bayerische Hausbau schon am Gebäudeensemble an der Gedächtniskirche. Die Immobilienfirma investiert einen dreistelligen Millionenbetrag. Auf satten 54000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen Einzelhandel, Gastronomie, Kino, Hotel, Büros und Lagerflächen. Doch für 17 Platanen, die der Baustelleneinfahrt im Weg stehen, soll es keinen Platz geben.
Es geht um die Logistik für die nächsten anderthalb bis zwei Jahre. Mit kleinen Fahrzeugen kann die Baustelle zwar befahren werden, aber schon jetzt ist zwischen Gerüst und Straße nicht genügend Platz, damit Sattelschlepper aufs Gelände gelangen.
Derzeit kommen sie nur einmal die Woche und müssen sie auf der Straße stehend abladen – über den Fußweg. Lebensgefahr! Projektleiter Stefan Günster: „Wir brauchen die Fälllung, weil wir sonst nicht wissen, wie wir die Baustelle anfahren sollen.“ Mit dem Fortschreiten der Arbeiten werden ab Mai die Sattelschlepper viel öfter kommen, liefern dann u.a. Fassadenteile.
Doch so einfach wird alles nicht. Denn in der Politik gibt es Widerstand gegen die Abholzung. CDU, Grüne und Piraten sind gegen die Fällungen, SPD und Linke würden sie erlauben, damit die Bauarbeiten vorankommen. Die Gegner glauben vor allen, dass der Investor nur Kosten sparen oder auch einfach nur eine bessere Sicht aufs Gebäude haben möchte.
Seit Monaten wird gegrübelt. Einen Plan zur Rettung der Bäume soll jetzt die Verkehrslenkung überprüfen: der Rad- und Fußweg an der Budapester Straße wird aufgegeben und zudem wird auf eine Fahrspur verzichtet. Und das zwei Jahre lang. „Der Dauerstau wäre für die Innenstadt eine Katastrophe“, prognostizierte Stadtrat Marc Schulte (SPD). Und für Fußgänger und Radfahrer ist diese Lösung auch nicht unbedingt ein Vorteil.

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