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Montag, 25. Februar 2013

Airport tanzt auf der Rasierklinge : Tegel: Seit Sommer 4 Fast-Unfälle


Gedränge am Flughafen Tegel. Mit dreimal mehr Passagieren als einst im Maximum geplant, platzt er nun aus allen Nähten.
Gedränge am Flughafen Tegel. Mit dreimal mehr Passagieren als einst im Maximum geplant, platzt er nun aus allen Nähten.
Foto: dpa
Berlin –  

Hat der Flughafen Tegel ein Sicherheitsrisiko? Diese Sorge macht sich unter Anwohnern breit. Sie fürchten, dass der Airport längst überm Limit operiert. Und jetzt schüren noch nüchterne Zahlen die Angst vorm Tanz auf der Rasierklinge: Seit vergangenen Sommer hat es am überlasteten Airport vier Beinahe-Unfälle gegeben.

Die Zahl stammt von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig. Erst Ende Januar hatte ein Airbus 330 auf dem Weg zur Startbahn mit einer Flügelspitze eine geparkte Boeing gestreift. Der Flieger hatte, warum auch immer, die Mittellinie des Rollwegs verlassen. Zwei Tage später rutschte eine Frachtmaschine von der Bahn ins Gras. Schon im September war der Start einer Boeing 737 abgesagt worden, weil beim Anlassen der Triebwerke Rauch in Cockpit und Kabine drang. Und im August berührte ein Linienflugzeug aus Barcelona beim Aufsetzen mit dem Heck die Landebahn.

Bei  jedem „Tiefflieger“ im Landeanflug (Foto) droht die Gefahr, dass durch den Luftsog Ziegel von Dächern gerissen werden.
Bei jedem „Tiefflieger“ im Landeanflug (Foto) droht die Gefahr, dass durch den Luftsog Ziegel von Dächern gerissen werden.
Foto: Uhlemann

„Vergangenes Jahr musste auch eine Lufthansa-Maschine den Start abbrechen, weil ein anderes Flugzeug quer stand. Und vor wenigen Wochen parkte eine kleinere Maschine plötzlich manövrierunfähig zwischen den Bahnen“, ergänzt Rolf-Roland Bley (74), Mitglied in der Fluglärmschutzkommission und seit 20 Jahren aktiv in der Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen. Als Sicherheitsrisiko führt Bley zudem an, dass in Tegel Notlandeflächen fehlten. „Und in regelmäßigen Abständen fliegen in der Einflugschneise Ziegel von Dächern, verursacht durch Wirbelschleppen tief fliegender Maschinen.“

Bley wundert’s, dass bislang nichts Ernsthaftes passiert ist. Denn mit 18 Millionen wurden im vergangenen Jahr so viele Menschen wie nie befördert. Täglich sind’s knapp 500 Starts und Landungen mit 75 000 Passagieren. Ursprünglich war das 1974 eröffnete Terminal nur für sechs Millionen Passagiere ausgelegt worden. Bley: „Die Flughafenbetreiber sagen uns als Lärmschutzkommission, dass trotz der Verdreifachung des Passagieraufkommens alles sicher sei. Aber das Gutachten zeigt man uns nicht. Das wird Thema auf der nächsten Kommissionssitzung im März sein.“

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Auch wenn die Angaben der BFU bisher nicht darauf hindeuten, dass die Zwischenfälle in Tegel dem überlasteten Airport geschuldet sind, fordert Bley: „Der Flugverkehr in Tegel muss zurückgeschraubt werden. Die beste Lösung wäre, dass eine Airline komplett nach Schönefeld umzieht, wo der alte Flughafen derzeit nicht ausgelastet ist.“ MKL

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