Erol Özkaraca (47) schnackt wie ein Hamburger, spricht Türkisch als Fremdsprache und will für die SPD ins Abgeordnetenhaus. Warum, könnte man fragen, benutzt er für eine Wahl, an der nur deutsche Staatsbürger teilnehmen dürfen, türkischsprachige Plakate?
„Stolz auf Neukölln“, steht auf der einen Seite der Laternen-Plakate, „Neukölln’lüyüm gurur duyuyorum“ auf der anderen.
„Eine Geste“, erklärt der Anwalt, der im Wahlkreis 2 rechts und links der Hermannstraße antritt. Denn es sollen zwar alle Deutsch lernen, aber nicht das Gefühl haben, dass ihr Türkisch wertlos sei. Mit dem türkischen Slogan sollen sie auch direkt angesprochen werden, wenn sie wahlberechtigt sind.
Özkaraca, der sich als in Hamburg geborener Sohn einer Deutschen und eines Türken ironisch „Hansetürke“ nennt: „Das verstehe ich unter Willkommenskultur.“
Er ist nicht der Erfinder solcher Plakate: Sein Vorgänger Fritz Felgentreu, der nicht wieder antritt, hatte mit einem Atatürk-Zitat geworben („Es gibt viele Kulturen, aber nur eine Zivilisation“). Das war auf Widerspruch gestoßen, weil es nicht ins Deutsche übersetzt wurde.
SPD-Parteichef Michael Müller findet das deutsch-türkische Plakat Özkaracas deshalb auch unproblematisch: „Es zeigt den türkischstämmigen Berlinern: Das ist auch eure Wahl.“ GL
"Berlin-Wahlkampf auf Türkisch": Was halten Sie davon?


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