Der neue Erzbischof legt sich mit den Schwulen und Lesben an. Klaus Lederer (37), Landes-Chef der Linken und selbst homosexuell, wirft ihm Diskriminierung vor.
KURIER: Wie bewerten Sie die Aussage von Erzbischof Woelki?
Lederer: Sie geht an unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit völlig vorbei und offenbart eine antiquierte Weltsicht. Es ist eine massive Diskriminierung von Lesben und Schwulen. Tausende Gläubige, auch Katholiken, sehen und leben das anders.
Ist Woelki der Falsche für Berlin?
Wenn er noch so denkt, wird er einen schweren Stand haben. Wir Berlinerinnen und Berliner waren immer aufgeklärt und weltoffen. Vielleicht kann er ja etwas dazulernen.
Wie stehen Sie denn grundsätzlich zur Katholischen Kirche?
Den verstorbenen Kardinal Sterzinsky habe ich für sein Engagement in sozialen Fragen und in der Flüchtlingspolitik sehr geschätzt. In Fragen der Gleichstellung der Frau, in der Sexualpolitik, beim Umgang mit Aids und dem offenen Umgang mit der eigenen Geschichte sehe ich aber erheblichen Nachholbedarf.
Der Papst kommt bald. Gehen Sie zu seinem großen Gottesdienst?
Ich hab’s nicht so mit Gottesdiensten ...
MOW


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