E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz

Richter„Knallhart“ durchgeknallt?: Er ruft die Kiffer zum Aufstand auf

Andreas Mueller001

Richter Andreas Müller in Robe im Gericht Bernau im Video des Deutschen Hanfverbands.

Foto:

Uhlemann

Berlin/Bernau -

Andreas Müller gilt als Deutschlands härtester Jugendrichter. So ließ er eine 15-Jährige, die öffentlich den Hitlergruß zeigte, eine Kreuzberger Moschee besuchen und mit türkischen Jugendlichen Döner essen. Seit Jahren setzt sich Müller für die Legalisierung von Cannabis ein. Jetzt geht er noch weiter – und ruft die Kiffer zum Aufstand auf.

Ein Klartext-Redner, das ist Andreas Müller. In TV-Talkshows bei Anne Will, Markus Lanz oder Günther Jauch erklärte und argumentiert der Richter immer und immer wieder. Seine Dauer-Forderung: Erlaubt endlich das Kiffen!

Beim Fordern bleibt es nun nicht mehr. Der im Prenzlauer Berg ansässige „Deutsche Hanfverband“ veröffentlichte jetzt ein Video mit Müller. Darin zu sehen ein aufgebrachter Richter: „Warum reiße ich mir eigentlich den Arsch auf, mache und tue und fahre durch die Gegend.

Und die Leute, die es wirklich betrifft, sitzen da und machen nichts und warten ab, bis sie irgendwann erwischt werden.“ Müller drückt die Hände in die Hüften, seine Stimme wird lauter, sein Ton rauer, die Augen verengen sich gefährlich. „Und erst dann fangen sie an darüber nachzudenken, ob sie nicht eine Legalisierungsbewegung unterstützen wollen.“ Müller ist sauer auf die Konsumenten. Und wütend.

Damit nicht genug. Der Richter am Amtsgericht Bernau (seit 1997) richtet seinen Blick in die Kamera, wirkt mittlerweile wie ein politischer Wahlkämpfer oder Prediger, appelliert unentwegt. Kiffer sollten in Verbände oder Vereine wie den Hanfverband, „akzept e.V.“ oder LEAP Deutschland (Law Enforcement Against Prohibition) eintreten, dazu an einer großen Demonstration in Norddeutschland teilnehmen. „Ihr müsst was machen für eure Rechte. Kommt, und kämpft!“.

Das Argument, Leute hätten Angst vor Repressalien, lässt der Mitstreiter der verstorbenen Juristin Kirsten Heisig nicht gelten. „Wir leben in einem Staat, der Freiheitsrechte hat und demokratisch ist. Kein Mensch wird deshalb seinen Job verlieren.“