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Hass-Rap auf den Stelen für die ermordeten Juden : Nazi-Band schändet Holocaust-Mahnmal

Berlin -

Es ist ein ungeheurer Tabubruch, eine nationale Schande. Undenkbar und trotzdem passiert. Eine Nazi-Band schändet das Holocaust-Mahnmal am Brandenburger Tor. „Wir müssen wieder marschieren!“, singt eine Frau in Schwarz, hebt den rechten Arm. Nicht zum Hitler-Gruß, sie ballt stattdessen die Faust – doch eigentlich ist dieser Unterschied völlig unerheblich.

Mia Herm (32), als rechtsextreme Sängerin unter dem Namen „Dee Ex“ bekannt, traf sich mit Nazi-Rapper Patrick Killat alias „Villain051“, zum skandalösen Dreh. Für ihren Clip mit dem scheinbar harmlosen Titel „Europa sagt Nein zur EU“ stiegen sie am Holocaust-Mahnmal den jüdischen Opfern des Nazi-Regimes aufs Dach. Hasserfüllt hetzen sie „Gegen die EU-Zionisten schreiten wir vereint in den Krieg ... tragen stolz den Glauben in den Herzen, von unserer Freiheit, von unserem Sieg“.

Wie Herm favorisiert auch Killat Mahnmal, Brandenburger Tor und Reichstag für seine Drehs. Die Clips, gespickt mit Aufnahmen von dunkelhäutigen Familien, geistern seit Jahren auf den Seiten von Facebook und Youtube. Sie werden regelmäßig von den Plattformen gefegt, aber nach kurzer Zeit wieder hochgeladen.

Patrick Killat wurde vergangenes Jahr auch außerhalb der Szene bekannt – mit seinem rechtsextremen Rap-Duo „A3stus“. Vor dem Hellersdorfer Flüchtlingsheim in der Carola-Neher-Straße produzierte er im Februar einen Clip zu seinem Song „Für unsere Kinder“ und stellte ihn ins Netz. Killat ruft darin „Völker vereinigt euch und Zion fällt“.

Die Nazi-Rocker sind polizeibekannt. Konzert-Verbot in Brandenburg. Ende August stürmte die Polizei Killats Record-Release-Party in Mitte.