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Freundin von Jim Reeves: „Sein Tod zerreißt mir das Herz“

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Bettina El Sayed, Freundin von Sänger Jim Reeves, trauert um ihren im Hostel erschlagenen Freund.

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Marcus Böttcher

Berlin -

Er liebte das Leben, schien die Teufel der Vergangenheit besiegt zu haben. Seit Sonntag ist Sqeezer-Sänger Jim Reeves (†, 47) tot. Erschlagen im Hinterhaus eines Hostels am Stuttgarter Platz. Im KURIER spricht jetzt seine Lebensgefährtin Bettina El Sayed exklusiv über das Leben mit Jim.

Zusammengekauert sitzt die 30-Jährige auf der Couch ihrer besten Freundin Janina. Es ist warm in der Wohnung, Bettina aber ist bitterkalt, sie hat sich eingehüllt in eine rote Wolldecke. Kein Wunder. Vor drei Tagen verlor sie die Liebe ihres Lebens, Jim.

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Das Bild zeigt das Paar in glücklichen Tagen.

Foto:

Marcus Böttcher

Die junge Frau macht sich Vorwürfe. Sie streichelt die Kette mit seinem Namen, kann den Blick nicht vom gemeinsamen Schwarz-Weiß-Foto lassen. „Wir hatten Streit, nix Schlimmes, wie es ihn in jeder Beziehung gibt. Und wir haben beide unseren eigenen Kopf, aber er brauchte Abstand. Daraufhin ist er in das Hostel gezogen. Wäre ich doch nur nicht so stur gewesen ...“ Bettina kann den Satz nicht beenden. Ihre Stimme bricht.

Es war Zoff wegen einer Nichtigkeit, die Jim Reeves in das Hostel am Stutti trieb. Dort lernte er, zusammen mit einem anderen Kumpel, zwei Polen kennen. Nach KURIER-Informationen behaupteten die jungen Männer, auf der Flucht zu sein. Jim aber, ein lebensfroher Sonnenschein, schreckte dies nicht ab. Selbst die gefährlichen Tattoos auf ihren Körpern nicht. Er schrieb seinen Nichten um 1 Uhr nachts noch eine liebevolle SMS, ging dann mit den Männern auf das Hostel-Zimmer. Was dann geschah, ist unklar. Laut Polizei gelten sie als dringend tatverdächtig. „Aus ermittlungstaktischen Gründen können wir nicht mehr sagen. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls“, so ein Polizeisprecher. Zielfahnder sind den beiden Polen auf der Spur.

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Jim Reeves bei einem Auftritt beim ZDF-Fernsehgarten.

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imago/Hoffmann

Bettina: „Ich will wissen, wie Jim starb“. Ihren Freund, mit dem sie verlobt war, lernte sie vor zweieinhalb Jahren bei einem Charity-Backen für krebskranke Kinder kennen. Sie lebten erst in einer Wohnung in Charlottenburg, zuletzt in Tiergarten. Bettina ließ Jim seine Freiheiten. Sie akzeptierte, dass Jim die Action der großen Stadt liebte und brauchte. Und gerade nach Streitigkeiten daheim auch mal auswärts übernachtete. „Wenn er aber wiederkam, haben wir uns umarmt und geredet. Und danach war alles wieder gut.“ In ihre Wohnung will Bettina erst einmal nicht zurückkehren. „Ich würde jeden Moment denken, dass er um die Ecke biegt. Ich kann nicht wahrhaben, dass er tot ist. Es zerreißt mir das Herz.“

Vor allem in den letzten beiden Monaten schien das Glück in eine gerade Spur zu geraten. Entgegen den bösen Gerüchten, Jim würde an Alkohol und Drogen zerbrechen, half ihm Bettina. Seit zwei Monaten war er trocken, rührte keinen Tropfen an, trank statt Wodka Tee. Jim schmiedete Pläne. Einer davon war „Jimmys Media Night“. Diese soll heute Abend in der Bar „Art & Champagne“ (ab 19 Uhr) am Kurfürstendamm stattfinden. Trotz des Todes des Initiators. Jim Reeves soll nun in Köln beerdigt werden.