E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz
Berliner-Kurier.de | Exhibitionist in S-Bahn: Schützt uns vor den Sex-Strolchen!
14. March 2016
http://www.berliner-kurier.de/23725840
©

Exhibitionist in S-Bahn: Schützt uns vor den Sex-Strolchen!

k10_11-15#71-96905104

Der Exhibitionist masturbierte am Samstagmorgen in der S1. 

Foto:

Facebook

Sie lauern auf Spielplätzen und in Parks auf ihre Opfer. Doch auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln sind Fahrgäste vor Exhibitionisten nicht sicher. Die Berlinerin Josephin Hoeltke wurde Opfer eines Perversen. Nun fordert sie Videoüberwachung für die S-Bahnen.

Gut gelaunt steigt Josephin Hoeltke am Samstagmorgen an der Bornholmer Straße in einen Zug der S1 in Richtung Frohnau. Der Zug ist fast leer. Nur ein Mann, groß, bärtig, dunkel gekleidet, sitzt im Waggon. „Bereits dort hat er an seiner Hose herumgespielt“, sagt Josephin Hoeltke. In Wittenau dann entblößt er sein Glied komplett und beginnt zu masturbieren.

Masturbation 004

Studentin Josephin Hoeltke wurde Opfer und fordert eine Videoüberwachung in den S-Bahnen.

Foto:

sabine gudath

Die 20-Jährige fühlt sich hilflos. „Ich konnte keine Hilfe rufen“, sagt die Studentin verärgert. Es sei kein Sicherheitsmitarbeiter irgendwo auf den Bahnhöfen zu sehen gewesen. „Da wird immer behauptet, die Bahn tue alles. Ich sehe aber kaum jemand von der DB-Sicherheit. Erst recht nicht in Zügen außerhalb des Zentrums“, beklagt sie.

Erst nach einer weiteren Station steigt ein junger Mann ein. Erleichtert geht sie zu ihm. „Er hat nur gemeint, ich solle mir keine Sorgen machen, das würde dort öfter passieren“, berichtet das Opfer. Der Masturbierer verlässt das Fahrzeug schließlich und verschwindet. Die alarmierte Polizei kann ihn nicht mehr aufgreifen.

Wie Josephin Hoeltke wurden im Jahr 2015 579 Menschen in Berlin Opfer von Sex-Strolchen. 122 Mal waren Kinder Opfer. Besonders gern zeigen die Perversen dabei ihre Geschlechtsteile in den Öffis. Die Zahlen für 2015 liegen zwar noch nicht vor. Aber im Jahr 2014 entblößten sich Menschen 94 Mal in U-Bahnen, S-Bahnen, Bussen und Trams.

Josephin Hoeltke will das nicht wieder erleben müssen und hat nun über eine Facebook-Petition die Deutsche Bahn zu mehr Videoüberwachung aufgerufen. „In der U-Bahn gibt es das doch auch“, sagt die Berlinerin. Die Polizei gibt ihr recht. „Videokameras in öffentlichen Verkehrsmitteln sind nützlich“, so Polizeisprecher Michael Gassen. „Sie können hilfreich bei der polizeilichen Arbeit sein. Wenn sie bemerkt werden, verhindern sie die Taten auch. Täter wollen schließlich nicht gefilmt werden“, so Gassen.

Die S-Bahn verweist indes darauf, dass die alten Züge nur schwer nachgerüstet werden können. „Das wäre technisch sehr aufwendig“, so ein Sprecher. Abhilfe in dieser Richtung käme erst durch den Einsatz neuer Züge auf der Ringbahn ab 2021. „Dort wird Videoüberwachung Standard sein.“ Allerdings betreffe dies nur rund ein Drittel der Fahrzeugflotte.

Der S-Bahn-Sprecher verweist indes darauf, dass die Gefahr, Opfer von Straftaten zu werden in der S-Bahn fünf- bis sechsmal geringer sei als sonstwo in der Öffentlichkeit. „Wir haben außerdem auch sehr viele mobile Aufsichten an den Stationen.“

Opfern von Straftaten rät die S-Bahn, die Notbremse zu ziehen. „Dann wird der Triebfahrzeugführer darauf aufmerksam“, sagt er. Auch könne man über den Fahrgastruf in den Zügen die S-Bahn verständigen. „Wir kümmern uns natürlich um diese Probleme, aber ganz verhindern können wir sie leider nicht.“ 

nächste Seite Seite 1 von 2