E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz

Behinderte in Angst: Die tödliche Heiratsmasche

Gigolo Yassine erwürgte Sandra mit einer Kordel und raubte sie aus.

Gigolo Yassine erwürgte Sandra mit einer Kordel und raubte sie aus.

Foto:

zVg

Berlin -

Sie heucheln Liebe. Das einzige jedoch, was sie interessiert, ist ein deutscher Pass. Heiratsschwindler machen sich gezielt an behinderte Frauen ran. Unglaublich perfide diese Masche. Auch Yassine B. (29) aus Agadir steht unter dem Verdacht. Er ist der nach Paris geflüchtete Marokkaner, der vergangene Woche die körperlich behinderte Sandra A. (34) aus Spandau im Bett erwürgt und ausgeraubt hat.

Vom Leben benachteiligt und von der Liebe auch. Frauen mit einem körperlichen oder geistigen Makel sind ideale Ziele für diese skrupellosen Gigolos. Ihre Opfer suchen sich die Typen im Internet oder sie lungern gleich in der Nähe von Behinderten-Einrichtungen rum. „Das geht zum Teil wie in einem Taubenschlag zu“, sagt ein Ermittler. In der Szene werden die Adressen einschlägiger Treffpunkte sogar ausgetauscht. „Hat einer eine behinderte Frau kennengelernt, verkuppelt er deren Freundinnen mit seinen Kumpels.“ Gegen die Scheinehen ist die Justiz machtlos. „Da wird eine Weile zusammengelebt, da werden Kinder geboren. Denen ist nichts zu beweisen.“

Sandra A. erlag dem geheuchelten Werben Yassines. Schließlich war die Vorstellung ja auch wunderschön: Von einem behüteten Leben mit dem attraktiven, sieben Jahre jüngeren Mann. Ihr extremes Übergewicht und die Gehbehinderung schien ihn nicht zu stören. Wie die beiden genau zueinander fanden, ist noch nicht bekannt. Auffällig allerdings sind Sandras viele arabische Bekanntschaften im Internet und im wirklichen Leben. „Sie bekam in letzter Zeit häufig Besuch“, wissen ihre Nachbarn.

Yassine B. erdrosselte Sandra am vergangenen Wochenende mit einer Kordel. Als er anschließend nach Paris verschwand, packte er ihren Laptop und ihr Handy gleich mit ein. Er wird wegen des Raubmordes an seiner behinderten Freundin in Kürze nach Berlin gebracht.