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Nächster Skandal am Lageso?: Wie der Senat bei Honoraren trickst

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Nächster Skandal für das Lageso?

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Berlin -

Im Flüchtlingschaos bahnt sich ein neuer Skandal an. Es geht um den umstrittenen 238000-Euro-Beratervertrag in Sachen Lageso, den der Senat jüngst an das Unternehmen McKinsey erteilte. Von dem Honorar soll  angeblich auch ein Ex-Staatssekretär  profitieren.

Die Gerüchteküche brodelt heftig, in der es um den einstigen Bundes- und Landesstaatsekretär Lutz Diwell (SPD) geht. Dem Mann, den der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) eigentlich zum Stabschef für Flüchtlingsfragen machen wollte. Doch dies scheiterte wohl an Gehalts- und Arbeitszeitvorstellungen. Und so blieb zunächst Diwell  Müllers ehrenamtlicher Berater.

Laut „Tagesspiegel“ wurde aber  wohl ein Weg gefunden, um den SPD-Mann quasi durch die Hintertür  zu einem lohnenden Job zu verhelfen. Plötzlich wurde im Januar auf der Senatsklausur Diwell vom Regierenden als Koordinator für den  Masterplan Integration vorgestellt. An dem arbeiteten (ebenfalls noch ehrenamtlich) auch McKinsey-Leute, um die Flüchtlingsverwaltung Lageso auf Vordermann zu bringen.

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Ex-Staatssekretär Lutz Diwell arbeitete mit McKinsey am Lageso-Plan.

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Doch bei der unentgeltlichen  Tätigkeit sollte es nicht bleiben. Die  Senatskanzlei sorgte plötzlich  dafür, dass McKinsey für ihre Hilfe den Beratervertrag für 238000 Euro bekam – ohne Ausschreibung. Der Verdacht tut sich auf: Von der Summe könne nun auch Diwell profitieren.

Senatssprecherin Daniela Augenstein erklärte, der Ex-Staatssekretär  wäre von McKinsey beauftragt worden.  Eine McKinsey-Sprecherin bestätigte  dem KURIER, das Diwell an dem Masterplan-Projekt involviert war, aber nicht das ganze Honorar bekommen hätte.

Die Sache hat Geschmäckle, sagen Grüne und Linke, wollten Mittwoch im Haushaltsausschuss den Fall zur Sprache bringen. Doch das brisante Thema wurde plötzlich von der Tagesordnung genommen. Für Abgeordnete Manuela Schmidt (Linke) ist die Sache „ein Deal unter Freunden“, spricht von „Mauschelei“. Nicole Ludwig (Grüne) fühlt sich getäuscht: „Wozu wurde McKinsey bestellt, wenn ein Ex-Politiker an dem 76-seitigen Masterplan arbeitet. Die 3000 Euro pro Seite hätte man sich sparen können.“



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