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Mission Menschlichkeit: Hier bekommt sie ein Gesicht

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TV-Star Uta Kargel beim Dreh am Pool. „Jeder Mensch hat das Recht auf Hilfe“, sagt sie.

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Volkmar Otto

Berlin -

Eine Tragödie spielt sich direkt vor Europa ab – und wir schauen zu. Jeden Tag laufen die Bilder im Fernsehen, die Menschen zeigen, die vor Krieg und Terror in ihrer Heimat fliehen. Etwa Menschen aus Syrien, die von Schleppern auf seeuntaugliche Schlauchboote gesetzt werden, um damit übers Mittelmeer die Küsten von Europa zu erreichen. Hunderte bezahlten die mörderische Überfahrt mit ihrem Leben. Allein über 340 Kinder ertranken auf hoher See, während in Deutschland über die Flüchtlingskrise heftig diskutiert wird, EU-Staaten ihre Grenzen dicht machen.

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Der zum Rettungsschiff umgebaute Fischkutter „Sea-Eye“ ist gerade an der spanischen Küste.

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Volkmar Otto

Doch viele schauen nicht nur tatenlos zu. Zum Beispiel TV-Stars aus Serien wie „GZSZ“, „Tatort“, „Verliebt in Berlin“ oder „Spreewaldkrimi“, die sich gestern im Berliner Umland zur Mission Menschlichkeit trafen. Ihr spontaner Entschluss: Sie drehen einen Werbespot, um damit die Initiative „Sea-Eye“ zu unterstützen, die mit einem umgebauten Fischkutter das Leben von in Seenot geratenen Flüchtlingen im Mittelmeer retten will (KURIER berichtete).

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„Mit dem Dreh unterstütze ich gerne die Flüchtlingsinitiative ,Sea-Eye’“, sagt TV-Star Oliver Bender.

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Volkmar Otto

Im Hotel „Landhaus Villago“ bei Altlandsberg hat der Besitzer dem Team um den Berliner Regisseur Jurij Neumann („In aller Freundschaft“) das Schwimmbad kostenlos für die Dreharbeiten überlassen. „Unsere Geschichte: Am Pool stehen Gäste, die darum heftig diskutieren, ob man helfen soll, während im Schwimmbecken ein kleiner Junge ertrinkt“, sagt Neumann. „Damit stellen wir überspitzt die Situation dar, wie sie am Mittelmeer passiert.“ Im Kino und TV soll der Spot bald laufen.

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 Tino Lindenberg spielt im Spot mit. „Unsere Diskussion um Flüchtlinge lässt Menschen ertrinken.“

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Volkmar Otto

Dargestellt werden die „Badegäste“ von Uta Kargel („Rote Rosen“), Oliver Bender („Soko Köln“), Christoph Mory („Rosenheim Cops“), Tino Lindenberg („Mila“) und Maike von Bremen („Kreuzfahrt ins Glück“). „GZSZ“-Star Iris Mareike Steen steht bei dem Dreh erstmals als Regieassistentin hinter der Kamera.

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„GZSZ“-Star Iris Mareike Steen als Regie-Assi. „Der Spot ist mein Beitrag, Flüchtlingen zu helfen.“

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Volkmar Otto

Für alle ist der Einsatz für „Sea-Eye“ Ehrensache. „Die Diskussion in Deutschland zeigt, wie viele Ängste es gegenüber Flüchtlingen gibt. Völlig unbegründet. Ich habe sie in Heimen kennengelernt, wo ich freiwillig bei der Kleider- oder Essensausgabe half. Ängste und Wegschauen helfen aber nicht“, sagt Maike von Bremen.

Sie dachte sich mit Neumann und Kargel die Geschichte des Mini-Films aus. „Wir wollen zeigen, dass jeder Mensch, ob Flüchtling oder nicht, in Not geraten kann und gerettet werden muss“, sagt von Bremen. „Und dass vor allem dabei Lebensretter wie ,Sea-Eye’ unsere Unterstützung brauchen.“