E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz

Legendäres Ausflugslokal: Abriss soll die alte „Riviera“ retten

Der Saal der alten "Riviera"

Der Saal der alten "Riviera", wo nicht nur die Farbe von der Decke bröckelt.

Foto:

Thomas Lebie

Berlin -

Matthias Schubert hat die Nase voll: Der Verwaltungsrichter, der seit Jahren immer wieder mit den ruinösen Denkmälern „Riviera“ und „Gesellschaftshaus“ zu tun hat, fordert von Eigentümer und Bezirk Treptow-Köpenick eine Einigung und schlägt den Abriss des Gesellschaftshauses vor.

Richter Schubert

Richter Schubert ist es leid, sich immer wieder damit befassen zu müssen. 

Foto:

Gerhard Lehrke

2006 hatte die türkische Geschäftsfrau die einstigen Ausflugs- und Vergnügungsgebäude an der Regattastraße vom Bund gekauft. Sie waren schon vorher marode, kommen immer mehr herunter.

Der Bezirk überzieht die Eigentümerin mit Sicherungsanordnungen, die sie nur unwillig und unvollkommen erfüllt. Gestern siegte sie aber vor Schuberts 13. (Bau-)Kammer: Sie muss die 112 000 Euro für ein massives Gerüst nicht bezahlen, das der Bezirk 2014 in einen Saal der 127 Jahre alten Riviera einbauen ließ, als es die Eigentümerin nicht tat.

Denn die Verwaltung hatte nicht im Bauarchiv nachgesehen. Dann hätte sie gewusst, dass das angeblich einsturzgefährdete Holzdach über dem Saal der Riviera eine stabile Stahlkonstruktion enthält. Jetzt löhnt der Steuerzahler.

Schubert meint, dass der Bezirk zwar die Eigentümerin weiter bluten lassen, den Verfall so aber nur verlangsamen könne. Er schlägt vor, dass die Eigentümerin das Gesellschaftshaus (1897) abreißen darf, dafür die Riviera saniert. Das dürfte über fünf Millionen Euro kosten.

Die Riviera, als das Gerüst noch nicht stand.

Die Riviera, als das Gerüst noch nicht stand.

Foto:

Thomas Lebie

Im Gegenzug soll der Bezirk der Eigentümerin eine dichte Wohnbebauung erlauben, damit die Sanierung und chronisch defizitärer Betrieb des Saalbaus z. B. als Restaurant und Veranstaltungsort finanziert werden kann.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD): „Dann setzt sich der Spekulant durch.“ Denn im Bezirk ist man der Auffassung, dass die Käufer auf den Abriss gesetzt haben, um an der Neubebauung zu verdienen. GL



Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?