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Boom-Branche Internet: Berlin handelt sich 270000 Jobs ein

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dpa

Die digitale Wirtschaft wächst in Berlin viel schneller als in anderen deutschen Großstädten. Das hat die Investitionsbank Berlin (IBB) ermittelt. Und die Prognose ist atemberaubend: Bis 2030 könnte die Beschäftigtenzahl in diesem Sektor um 270 000 steigen.

Die Zahl der „digital“ Beschäftigten sei von 2008 bis 2015 um 69 Prozent auf rund 69 000 gestiegen. Zu den Großen der Branche zählen zum Beispiel Cisco (Netzwerke) und Zalando (Handel).

Die Hauptstadt rangiert damit deutlich vor Köln (plus 48 Prozent), Hamburg (30) und Frankfurt (25). München und Stuttgart verzeichneten sogar Rückgänge.

Mit jährlich 75 neuen Betrieben pro 10 000 Beschäftigten sei Berlin auch bei Gründungen führend. Vor allem im Online-Handel, der seine Beschäftigtenzahl verzehnfachte.

„Zur Zeit scheint Berlin auf einer Welle der Euphorie zu schwimmen“, sagte IBB-Chefvolkswirt Hartmut Mertens. „Ich denke, die Entwicklung wird sich fortsetzen.“ Als Schattenseiten des Booms nannte er steigende Wohnungsmieten und knapper werdende Gewerbeflächen. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) will, dass auch die sonstige mittelständische Wirtschaft den Anschluss an die digitale Welt behält: Sie bereitet eine „Mittelstands-Offensive“ vor. 2016 und 2017 stehen dafür insgesamt 200 Millionen Euro aus verschiedenen Töpfen zur Verfügung.

Der Senat beschloss gestern den ersten Teil der „Offensive“: Zehn Millionen Euro stehen über die IBB bereit, damit Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern zinsgünstige Kredite erhalten können. Bei einem Vorgänger-Projekt waren es nur 250 Leute. Die Unternehmen sollen mit dem Geld ihre Forschung und Entwicklung voranbringen. Die IBB tritt zu 35 Prozent ein, wenn die Kredite platzen, weitere 35 Prozent übernimmt die EU. GL