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Beschimpft, verfolgt, geschlagen: Schwulen-Hatz am Kottbusser Tor

Das Kottbusser Tor ist ein Hot-Spot der kriminellen Szene. Täglich schreitet die Polizei ein.

Das Kottbusser Tor ist ein Hot-Spot der kriminellen Szene. Täglich schreitet die Polizei ein.

Foto:

cam.cop media / Klug

Ein schwules Paar, Hand in Hand am Kottbusser Tor. Das gehört zu Berlin, zu Deutschland. Was dann passiert, ist gespenstisch. Junge Männer machen Jagd auf das Paar, sie hetzen sie, beschimpfen sie. Sie peitschen sie sogar aus. Mitten auf der Straße, mit Gürteln! Szenen, die man sonst nur aus dem arabischen Raum kennt. Jetzt ist dieser Albtraum in Berlin.

Gürtel klatschen auf die Rücken. Die Männer ducken sich weg, haben Angst, gehen schnell. Wehren können sie sich nicht – gegen den rasenden Mob im Nacken. Es sind vier, fünf Kerle. Was sie sich zurufen, versteht man in dem Video nicht. Ein Taxi. Die Gejagten stürzen darauf zu. Dort greifen ihre Häscher erneut an. Hilfe bekommen die Opfer keine. Nur fassungsloses Staunen bei den Nachtschwärmern.

Jagdszenen wie diese. Es kommt immer öfter dazu. Auf jeden Fall im Kiez am Kotti. Auch an diesem Wochenende auf der Adalbertstraße. Ein 20-Jähriger hatte seinen Freund (23) an der Hand. Wieder Beleidigungen, wieder Prügel. Diesmal mit der Faust gegen den Kopf. Der 23-Jährige musste in eine Klinik. Beide Angriffe geschahen zur besten Party-Zeit zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens. Der erste, vom 22. Januar ist dokumentiert: Jemand filmte zufällig mit der Handy-Kamera.

Den Reality-Clip davon stellt der Unbekannte vergangene Woche ins Internet. Das war richtig. Zehntausende Male wird er angeklickt. Dann gelöscht. Doch zu spät. Weitere Kopien kursieren im Netz. Unverständnis, Entsetzen, ja Wut kommt bei den Zuschauern hoch. Viele vermuten Flüchtlinge als Täter. Vermutlich ist das völliger Quatsch! Allerdings tyranisieren Männer aus Nordafrika, seit Monaten Leute am Kotti . Da werden Frauen begrapscht, sexuell belästigt und Touristen abgezockt. Die Täter treten in Gruppen auf, kommen, wie es scheint, aus dem Kreis der Dealer, der den Kiez unerträglich macht. Das sagen übereinstimmend Anwohner – auch der KURIER berichtete wiederholt.

Im Fall der entsetzlichen Schwulenjagd hat die Polizei zwischenzeitlich das Video gesichtet. Es wird ermittelt, mehr sagt die Behörde dazu nicht.




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