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Aufbäumen: Piraten kämpfen gegen den Untergang

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Technik? Können wir. Zumindest hält der Abgeordnete und Mechatroniker Gerwald Claus-Brunner die Leiter, auf der ein Fachmann am Strahler arbeitet.

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dpa

Berlin -

Kurz schwillt Unmut an: Das Internet funktioniert nicht mehr. Ausgerechnet bei der Mitgliederversammlung der Piraten. Ein Zeichen? Es sieht ganz und gar nicht so aus, als würde die Partei im September wieder ins Abgeordnetenhaus einziehen.

Der Vorsitzende Bruno Kramm aber hofft, dass seine Truppe noch von drei Umfrage-Prozent auf über fünf Wahl-Prozent steigt: „Dann wird es nicht wieder ein Hinterzimmer-Parlament.“ So wie es vor 2011 gewesen sei, dem Jahr, in dem die Piraten triumphal mit 15 Sitzen ins Abgeordnetenhaus eingezogen waren. Kramm sieht Chancen bei den Wählern, weil es mit Piraten keinen Lobbyismus gebe, und weil nur die Transparenz-Werkzeuge seiner Partei die Aufklärungsarbeit des BER-Untersuchungsausschusses möglich gemacht hätten.

Bruno Kramm

Parteichef Bruno Kramm hält die Piraten für politisch unverzichtbar.

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Lehrke

Bis zu 150 der nur noch 300 aktiven Mitglieder waren am Sonnabend bei der dreitägigen Tagung, auf der die Kandidaten für die Wahl gekürt werden sollten – sie machten Kramm im zweiten Wahlgang zum Spitzenkandidaten. Und sie guckten nicht nur auf ihre Laptops, sondern diskutieren ruhig Anträge wie den zur Besserstellung wissenschaftlicher Mitarbeiter an Uni, die miserabel bezahlt werden.

Heute dürften die Mitglieder noch über den Umgang mit den sieben Abgeordneten sprechen, die die Partei verlassen hatten – darunter Fraktionschef Martin Delius. Viele der fahnenflüchtigen Abgeordneten und Ex-Mitglieder wollen jetzt die Linke unterstützen. Kramm gibt ihnen wenig Chancen: „Bei uns gibt es flache Hierarchien, die Linke ist eine Kaderpartei aus verschiedenen Blöcken.“


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