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Berliner-Kurier.de | Anwohner stinksauer: Flüchtlingsheime auf Friedhöfen?
04. March 2016
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Anwohner stinksauer: Flüchtlingsheime auf Friedhöfen?

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Werden auf Teilen des Friedhofs bald Flüchtlingsunterkünfte stehen?

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sabine gudath

Verblüffung in Weißensee. Als der KURIER vergangene Woche die Senats-Liste mit 69 geplanten Standorten für Flüchtlingsunterkünfte veröffentlichte, stellten Anwohner fest: Eine Adresse ist ein Friedhof.

Gustav-Adolf-Straße 67-74, Friedhof der Segensgemeinde. Hier sollen Flüchtlinge leben. Das ärgert Anwohner, weil in der Straße bereits zwei Flüchtlingsheime sind.

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Jürgen Zabaschus (71) ist gegen die Pläne: „Zu einem vorhandenen Heim in der Nähe kommt jetzt schon alle zwei Tage die Polizei.“

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sabine gudath

Pfarrer Jürgen Quandt, Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbands Stadtmitte, erklärt: Der hintere Bereich des Friedhofs, seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt, könnte abgezäunt und bebaut werden. Seit 2014 geht das laut Bundesbaugesetzbuch: Friedhöfe, die kein Bauland sind, dürfen für Flüchtlingsheime genutzt werden, wenn Wohnbebauung in der Nähe ist.

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Margitta Hagen (73) findet, man solle das Brachland für Flüchtlingswohnungen verwenden, „wenn es den Leuten zugute kommt.“ 

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sabine gudath

2016 werde nichts passieren. „Es gibt weder Bauanträge noch konkrete Planungen.“ Man habe feste, kleinere Bauten ins Auge gefasst – Wohnungen und vielleicht eine Kita. Ein Haus könnte 130 statt 450 Flüchtlinge in Wohngruppen beherbergen. Der Zugang wäre an der Roelckestraße.

Quandt wundert sich, wie der Friedhof auf die Liste kam. Zwar habe man Anfang 2015 der Sozialverwaltung „Potenzialflächen“ genannt. Die sechs auf die Senatsliste übernommenen Flächen seien aber nicht abgestimmt, teilweise falsch:

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Der nicht genutzte Teil des Friedhofs ist verwildert, und voller Laub- und Erdhaufen.

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sabine gudath

Auf Emmaus (Neukölln, Hermannstraße) soll nicht gebaut werden. Für Johannes Evangelist (Mitte, Barfusstr.) könnte frühestens 2017 die Planung für eine kleine Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge beginnen. Friedrichswerder (Kreuzberg, Jüterboger Str.), auf dem der Verband wie auf Jerusalem V (Neukölln, Netzestr.) 

2016 für 130 bzw. 200 Flüchtlinge bauen will, taucht dagegen nicht auf. Konkrete Pläne gebe es nur für Golgatha-Gnaden (Reinickendorf, Holländerstr.), wo Flüchtlingswohnungen in „normale“ Häuser eingliedert werden sollen. Für St. Andreas /St. Markus (Lichtenberg, Konrad-Wolf-Str.) gebe es keine Planungen. GL

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