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Anwohner stinksauer: Flüchtlingsheime auf Friedhöfen?

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Werden auf Teilen des Friedhofs bald Flüchtlingsunterkünfte stehen?

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sabine gudath

Berlin -

Verblüffung in Weißensee. Als der KURIER vergangene Woche die Senats-Liste mit 69 geplanten Standorten für Flüchtlingsunterkünfte veröffentlichte, stellten Anwohner fest: Eine Adresse ist ein Friedhof.

Gustav-Adolf-Straße 67-74, Friedhof der Segensgemeinde. Hier sollen Flüchtlinge leben. Das ärgert Anwohner, weil in der Straße bereits zwei Flüchtlingsheime sind.

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Jürgen Zabaschus (71) ist gegen die Pläne: „Zu einem vorhandenen Heim in der Nähe kommt jetzt schon alle zwei Tage die Polizei.“

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sabine gudath

Pfarrer Jürgen Quandt, Geschäftsführer des Evangelischen Friedhofsverbands Stadtmitte, erklärt: Der hintere Bereich des Friedhofs, seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt, könnte abgezäunt und bebaut werden. Seit 2014 geht das laut Bundesbaugesetzbuch: Friedhöfe, die kein Bauland sind, dürfen für Flüchtlingsheime genutzt werden, wenn Wohnbebauung in der Nähe ist.

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Margitta Hagen (73) findet, man solle das Brachland für Flüchtlingswohnungen verwenden, „wenn es den Leuten zugute kommt.“ 

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sabine gudath

2016 werde nichts passieren. „Es gibt weder Bauanträge noch konkrete Planungen.“ Man habe feste, kleinere Bauten ins Auge gefasst – Wohnungen und vielleicht eine Kita. Ein Haus könnte 130 statt 450 Flüchtlinge in Wohngruppen beherbergen. Der Zugang wäre an der Roelckestraße.

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