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Berliner-Kurier.de | Spendenmarathon: Ganz Bernau ist voll im Tiger-Fieber
28. January 2016
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Spendenmarathon: Ganz Bernau ist voll im Tiger-Fieber

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Diego und Heike genießen das Toben. Aus den Kindern sind schon richtig große Tiger geworden. 

Foto:

cam.cop media / Andreas Klug

Bernau -

Ein ganz normaler Morgen in einem Bernauer Supermarkt: Die Schlange vor der Kasse ist lang, es wird eine zweite aufgemacht. Eine ältere Dame mit Mütze schiebt sich energisch an allen anderen vorbei. In der Hand hält sie große Pakete mit Hähnchenfleisch. „Die sind für den Tiger. Diego. Kennen Sie den?“, fragt sie fröhlich in die Runde. Alles nickt. Ganz Bernau kennt den Tiger von hier, ist voll im Diego-Fieber.

Seit der winzige Findeltiger Diego im Sommer vor der Tierarztpraxis von Dr. Doris Tesch abgelegt wurde, bangen die Bernauer um das Schicksal ihres Tigers. Überall in der 36000-Einwohner-Stadt ist sein süßes Schnäuzchen präsent. Die lokale Presse von Bernau live berichtet regelmäßig, drehte einen Spenden-Spot für das Tier. Sogar das Kino in Bernau ließ ihn vor Hollywood-Filmen laufen. Und auch im örtlichen Medimax flimmerte Diego von den riesigen Flachbildschirmen. Die Geschäftsführerin des Marktes, Katrin Schmidt-Elsner, hat keine Sekunde gezögert, als Doris Tesch mit der Bitte um Unterstützung auf sie zu kam.

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Durch Spenden der Bernauer Wirtschaft, des Chores und Pharmafirmen kamen 11 716 Euro zusammen.  

Foto:

cam.cop media / Andreas Klug

„Ich habe sofort gesagt, das machen wir. Die Geschichte um den kleinen kranken Tiger ist uns allen ans Herz gegangen.“ Sich für die Region zu engagieren, das ist für die 49-Jährige Ehrensache.

Auch eine Etage tiefer, im Zoofachgeschäft der Familie Birkholz, steht schon seit Monaten eine von gut 20 Diego-Spendenbüchsen. „Unsere Kunden kennen den Tiger aus den Medien oder waren schon selbst dort. Diego – das war eine ganze Weile das Stadtgespräch“, erzählt Thomas Birkholz (41).

Als kurz vor Weihnachten Brigitte Bohne einen ganzen Büchertisch für den Tiger aufbaute, rannten die Tiger-Freunde ihr den Laden ein.

Restaurants, Kfz-Werkstätten, ein Hundesalon, Apotheken machten mit beim Spendenmarathon.

Der berühmte Tierparkmaler Reiner Zieger stellte einige seiner detailgetreuen und lebensechten Tierbilder für Diego zum Verkauf. Auch hier soll der Erlös in ein neues, großes Gehege fließen.

Wenn so viele Menschen mit anpacken, dann muss es doch gelingen. Noch tummeln sich Diego und Heike in einem Übergangs-Zuhause. Wenn es kalt wird, müssen sie an der Leine in ein beheiztes Haus gebracht werden. „Das kann ich noch ein halbes Jahr machen“, sagt Renato Rafael.

Auf www.startnext.com/tiger-diego können Sie noch drei Tage lang spenden.