So soll es werden: Das geplante Hochhaus von der Schöneberger Straße aus gesehen. Foto: Mad arkitekter

Berlins Skyline bekommt Zuwachs. In der Nähe des Anhalter Bahnhofs in Kreuzberg soll mit 98 Metern das höchste Haus aus Holz in Deutschland entstehen. Das in Oslo ansässige Architekturbüro Mad arkitekter hat den Wettbewerb für die Gestaltung des gemischt genutzten Gebäudes mit dem Namen WoHo gewonnen, wie die UTB Projektmanagement GmbH mitteilte, die das Vorhaben realisieren will. 14 Entwürfe waren eingereicht worden.

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Nach dem preisgekrönten Entwurf sind auf dem Areal an der Schöneberger Straße vier Baukörper geplant. Im Zentrum des Ensembles steht dabei ein 98 Meter hoher Turm mit 29 Geschossen, der das WoHo zu Deutschlands höchstem aus Holz erbautem Gebäude machen soll. Lediglich Kernbereiche des Gebäudes und das Untergeschoss sind aus Stahlbeton geplant. Die Architekten rücken das Hochhaus von der Schöneberger Straße ab und öffnen es zugleich zum Grünzug Anhalter Steg, über den der Gleisdreieckpark zu erreichen ist. Das vier Meter hohe Erdgeschoss sieht Gewerbeflächen für die Nahversorgung vor: zum Beispiel für Bäcker, Cafés, Spätkauf und Werkstätten. In den weiteren Geschossen des Sockelbereichs sind eine Kita und ein Hort mit Außenflächen auf den Dächern, eine Kiezkantine, Jugendeinrichtungen, ein Indoor-Spielplatz, Ateliers und Gewerbeeinheiten sowie große Familienwohnungen vorgesehen. Das Dachgeschoss im Turm ist ebenfalls öffentlich zugänglich und bietet zudem Möglichkeiten für eine Bar und Sauna.  

„Das WoHo hat Vorbildcharakter für weitere Hochhausprojekte und entspricht voll umfänglich den Vorgaben des Hochhausleitbilds des Berliner Senats“, sagt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Der Siegerentwurf setze die Nutzungsmischung aus Wohnen, Gewerbe und sozialer Infrastruktur „sehr gut“ um und schaffe im Sockelbereich „eine lebendige Erdgeschosszone“. Gleichzeitig integriere sich das Hochhaus „in besonders gelungener Weise in die öffentlichen Räume der Nachbarschaft.“

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Zufrieden zeigt sich auch der Bezirk. „Das WoHo hat durch seinen Nutzungsmix das Potential, sozialen Zusammenhalt und urbane Produktivität zu befördern“, sagt Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne). Von den 18.000 Quadratmetern Nutzfläche sind 15 Prozent für die soziale Infrastruktur geplant, 25 Prozent für gewerbliche Einrichtungen und 60 Prozent für das Wohnen. Ein Drittel der Wohnungen sollen mietpreisgebunden entstehen, also als Sozialwohnungen.  

Darüber hinaus sind bezahlbare genossenschaftliche Wohnungen und Eigentumswohnungen vorgesehen. Dabei sollen verschiedene Wohnformen Platz finden: Beispielsweise für betreutes Wohnen von Jugendlichen und Demenzerkrankten, aber auch Studentenstudios und sogenannte Jokerzimmer für kurzfristigen Mehrbedarf an Platz. Zu Lasten von Parkplätzen für Autos sind Sharing-Angebote für Autos, Fahrräder und Lastenfahrräder geplant. Dazu gehören Auflademöglichkeiten für die E-Mobilität sowie Fahrradgaragen samt Werkstatt.