Rotkohl ist eine der beliebtesten Wintergermüsesorten. Imago/Petra Schneider

Wenn zu Weihnachten Fleisch serviert wird, darf eine Komponente beim Essen meist nicht fehlen: Rotkohl. Das leckere Wintergemüse ist mit Abstand die beliebteste Beilage zur Weihnachtszeit - und stellt sogar noch Grünkohl, Rosenkohl und Sauerkraut in den Schatten. Falls Sie während dem weihnachtlichen Festmahl mit ein bisschen Klugscheißer-Wissen zu der beliebten Beilage angeben wollen, ist dieser Text genau das richtige: Fünf Fakten über Rotkohl, die Sie kennen sollten.

Rotkohl, Rotkraut, Blaukraut: Warum hat das Gemüse drei Namen?

In den verschiedenen Teilen Deutschlands hat das Gemüse verschiedene Namen. Im Norden und Nordosten sagt man Rotkohl, in einem mittleren Streifen von Westen nach Osten mehrheitlich Rotkraut und im Süden spricht man von Blaukraut. Die erste Grenze, die hier gezogen werden kann, ist die Kohl-Kraut-Grenze, die zwischen Nord- und Süddeutschland verläuft. 

Etwas komplizierter ist es mit der Farbe. Dass überhaupt rot und blau zur Auswahl stehen und nicht das viel treffendere lila oder violett. Doch diese Farbe wurde in Mitteleuropa eben lange nicht als solche benannt. Die dinge waren entweder ein ziemlich rotes blau oder ein ziemlich blaues Rot. 

Rotkohl, Rotkraut und Blaukraut: Im Norden sagt man eher Kohl im Süden eher Kraut. Und auch die Farbe hat ein Nord-Süd-Gefälle. Imago/Westend61

Dass man sich in Bayern und Baden-Württemberg eher für blau und nördlich davon eher für rot entschied, lag an der Bodenbeschaffenheit. In Zeiten vor der künstlichen Düngung waren die Böden im Norden saurer als im Süden. Und je saurer die Böden, umso roter wurde der Kohl. Das kann man übrigens auch heute noch bei der Zubereitung sehen: Macht man seinen Rotkohl mit viel Essig an, wird er roter, nutzt man Zucker und gibt auch noch Natron hinzu, wird er bläulich.

Kann man Rotkohl in der Schwangerschaft essen?

Es gibt viele Dinge, die Frauen in der Schwangerschaft nicht tun sollten - und noch viel mehr Dinge von den man es behauptet, für die aber jede wissenschaftliche Grundlage fehlt. Ein Rotkohlverzicht für Schwangere gehört in die zweite Kategorie. Denn auch, wenn Laien Schwangere immer wieder vor dem Verzehr warnen, ist Rotkohl weder für die werdende Mutter, noch für den Fötus gefährlich.

Im Gegenteil: Ärzte empfehlen den Verzehr sogar, da Rotkohl viele Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Natrium und Kalium enthält und dazu ziemlich kalorienarm ist. 

Bei dem Rotkohl der bei Schwangeren auf den Teller kommt, sollte allerdings genau darauf geachtet werden, wie er zubereitet wurde. Denn viele Menschen nehmen Rotwein zur Zubereitung. Das ist natürlich tabu. Denn auch, wenn der Rotwein eine Stunde zusammen mit dem Rotkohl zieht, ist noch nicht der komplette Alkohol verkocht. Auch auf die Beigabe roher Wurst wie Knackwurst oder Lorbeer sollte verzichtetet werden.  Nelken in üblichen Mengen sollten laut Studienlage in der Regel aber kein Problem sein. 

Rotkohlsaft ist ein Anti-Aging-Mittel

Rotkohl schmeckt roh und gekocht ganz hervorragend, aber haben Sie Ihn schon mal ausgepresst und sich auf die Haut geschmiert? Nein? Sollten Sie auf der Suche nach einem natürlichen Anti-Aging-Mittel sein, könnte das Ihre Lösung sein. Denn Rotkohl und somit auch Rotkohlsaft beinhalten den bläulichen Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der Freie Radikale (aggressive Sauerstoffmoleküle, die das Kollagengerüst unserer Haut zerstören) bekämpft und so das Altern der Haut verlangsamt.

Doch der Stoff hält damit nicht nur die Alterung der Haut etwas auf, sondern stärkt auch das Immunsystem und hält Zellen und Nerven gesund.

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Der Farbstoff des Rotkohls ist gut für den Körper. Imago/Westend61

Wo kommt der Rotkohl her?

Wilder Kohl, aus dem später unter anderem der Rotkohl gezüchtet wurde, stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und von der europäischen Atlantikküste. Auch die alten Griechen und Römer aßen schon verschiedene Kohlvarianten wie beispielsweise den Grünkohl. Geschlossene Arten wie den Rotkohl oder den heutigen Weißkohl gab es allerdings noch nicht.

Seit dem Mittelalter ist allerdings der Anbau von Rotkohl in Europa verbürgt. Auch in Deutschland wurde er angebaut. Erstmals erwähnt wurde er im 12. Jahrhundert von dem Universalgenie Hildegard von Bingen. Sie stellte die Unterschiede zwischen Rotkohl und Weißkohl, der vielfach zu Sauerkraut verarbeitet wurde, heraus. 

Kohl in seinen verschiedensten Formen war in Deutschland lange eines der Grundnahrungsmittel. Auch heute erfreut er sich oft großer Beliebtheit.

Rotkohl ist ein Massenprodukt

Der Bedarf an Rotkohl in Deutschland ist riesig! Allein im Jahr 2020 wurden hierzulande fast 125.000 Tonnen Rotkohl aus betrieblichem Freilandanbau geerntet. Nur Zwiebeln, Karotten, Weißkohl und Einlegegurken spielten in Deutschland noch eine Liga höher.