Monika Herrmann (57), Bezirksbürgermeisterin von Kreuzberg-Friedrichshain. imago/Gudath

Berlins Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann vertritt einen Bezirk, in dem die Grünen seit Menschengedenken regieren. Friedrichshain-Kreuzberg. Grüne Verkehrspolitik bedeutet hier: Radfahrer haben Vorfahrt, Autos, zumal Verbrenner, haben wenig Gnade zu erwarten. Auf Twitter zeigt sich Herrmann zum Weltradfahr-Tag (3. Juni) als Radfahr-Aktivistin, und schreckt auch vor drastischen Provokationen nicht zurück.

In einem Tweet lässt sie nun zwei Transporter in Flammen aufgehen, symbolisch jedenfalls.

Die beiden Fahrzeuge hatten offenbar falsch geparkt und einen Radfahrweg gesperrt. "Markierung lässt an Deutlichkeit nichts missen", begründet Monika Herrmann ihren provokanten Schritt.

Getötete Radfahrer, Autos die Gehwege blockieren

Bei Abbiegeunfällen getötete Radfahrer, Lieferfahrzeuge, die Radwege versperren, Autos, die Gehwege blockieren: Diese Alltagssorgen vieler Passanten und Radler thematisiert die Grünen-Politikerin immer wieder. Und wohl zurecht: Denn oftmals steckt Rücksichtslosigkeit dahinter, manchmal sind es auch die Nöte von Lieferdiensten, die ihre Waren unter Zeitdruck verteilen müssen.

Provokant ist die Symbolik brennender Fahrzeuge auch aus einem anderen Grund: Nahezu täglich werden in der Hauptstadt Autos abgefackelt. Die Motive sind nicht immer klar, aber häufig bringt überstiegene Kapitalismus-Kritik Feuerteufel auf den Plan. Nichts deutet darauf hin, dass das gemeint ist, aber das Missverständnis wird in Kauf genommen – im Kampf für die freie Fahrt der Radler.