Blick auf eine abfahrende U2 am Alexanderplatz.
Blick auf eine abfahrende U2 am Alexanderplatz. dpa/Joerg Carstensen

Es ist derzeit eines der größten Ärgernisse im Berliner Nahverkehr: Der Tunnel der U2 unter dem Alexanderplatz ist wegen eines Schadens nur im Pendelverkehr befahrbar. Zwischen Klosterstraße und Senefelder Platz tingelt eine Bahn hin und her – und zwar nur alle 15 Minuten! 

Laut Berichten der Berliner Zeitung könnte dieser Zustand noch bis mindestens zum Sommer 2023 anhalten, zitiert die Zeitung einen Experten. Doch es könnte sogar noch dicker kommen!

Experte schließt Tunnel-Neubau der U2 am Alexanderplatz nicht aus

Ein weiterer Experte schließt nicht aus, dass es gar einen kompletten Tunnelneubau geben könnte – inklusive Vollsperrung! Sogar die U5 und besonders die U8 könnten durch Baumaßnahmen in Mitleidenschaft gezogen werden. Der sandige Boden unter Berlin gefährdet den Betrieb!

Bei der U2 hatte sich durch eine Hochhaus-Baustelle der Firma Covivio am Alexanderplatz der Boden unter dem U-Bahn-Tunnel am Alex um 3,5 Zentimeter gesenkt. Die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) der BVG zog die Reißleine und sperrte das Gleis in Richtung Pankow im Oktober. Seitdem verschiebt sich die Wiedereröffnung immer weiter.

Nun soll eigentlich Beton eingespritzt werden, um den Bahnhof zu stabilisieren. Doch laut BVG fehlt dafür einiges: „Voraussetzung dafür ist, dass Covivio als Bauherr bei den zuständigen Behörden nun belastbare und genehmigungsfähige Unterlagen für die notwendigen Stabilisierungsmaßnahmen einreicht“, so BVG-Sprecher Jannes Schwentu auf KURIER-Anfrage. Das Unternehmen gab gegenüber der Berliner Zeitung an, die Unterlagen eingereicht zu haben, räumte jedoch ein, dass die Behörde noch Fragen hätte.

Baumaßnahmen können erst nach Freigabe beginnen

Erst bei Vorlage der vollständigen Unterlagen kann die Technische Aufsichtsbehörde sie prüfen und die Maßnahmen freigeben. Danach kann das Unternehmen Covivio damit beginnen, den Untergrund unter dem Tunnel mit Beton zu verdichten. 

Das Verkehrschaos wurde mutmaßlich durch die Baugrube eines Wolkenkratzer-Projektes der Covivio am Alex verursacht. Dort sollen Zwillingstürme entstehen.
Das Verkehrschaos wurde mutmaßlich durch die Baugrube eines Wolkenkratzer-Projektes der Covivio am Alex verursacht. Dort sollen Zwillingstürme entstehen. Sauebruch/Hutton-Luxigon

Dann muss zunächst ein Prüfingenieur der BVG den Tunnel freigeben. Erst wenn es keine Sorgen mehr um die Stabilität des Tunnels gibt, können die Züge auf dem Gleis Richtung Pankow wieder rollen.

Baumaßnahmen und Ausfälle machen Fahrgäste das Leben schwer

Die Fahrgäste nicht nur der U2 warten ungeduldig auf eine Wiedereröffnung der Linie. Denn derzeit zeigt sich der ÖPNV innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings besonders verletzlich. So ist bis mindestens Ende Januar noch der Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn zwischen Südkreuz und Nordbahnhof gesperrt.

Am Mittwoch sorgte dann auch noch ein defektes Kabel einer Signalanlage für einen Komplettausfall des Verkehrs auf der U6 zwischen den U-Bahnhöfen Wedding und Stadtmitte. Ein Ersatzverkehr musste eingerichtet werden. Auch einige Tramlinien der BVG standen wegen Unfällen still.

Weitere Spekulationen wollte BVG-Sprecher Schwentu nicht kommentieren. „Wir wollen unseren Fahrgästen schnellstmöglich wieder einen regulären und sicheren Betrieb auf der so wichtigen Linie U2 anbieten“, so Schwentu.