Klimaschützer besetzten im Oktober 2021 die A100-Baustelle. Markus Wächter

Tausende gingen auf die Straße, ließen sich von der Polizei wegschleppen, weil sie die Baustelle blockierten, es hat alles nichts genutzt. Das Prestigeprojekt A100 soll fertig gebaut werden. Das sagte die FDP-Politikerin Daniela Kluckert, Staatssekretärin im Verkehrsministerium.

„Wir brauchen die Autobahn für die Bürgerinnen und Bürger, um den Verkehr in der Innenstadt zu entlasten und damit der Osten mit dem Westen der Stadt verbunden wird“, sagte die parlamentarische Staatssekretärin des Bundesverkehrsministeriums, Daniela Kluckert, der Berliner Morgenpost.

Derzeit wird der 16. Bauabschnitt gebaut, im Jahr 2024 soll er in Betrieb genommen werden. Doch auch der umstrittene 17. Bauabschnitt werde ab sofort in Angriff genommen, so die Zeitung. Die Autobahngesellschaft des Bundes habe die Ausschreibungen für die Planungen des 17. Bauabschnitts veröffentlicht, bis 2025 solle nun die Linienführung der A100 in dem Abschnitt von der Elsenbrücke bis zur Storkower Straße klar gezogen werden.

Berlins Unternehmensverbände sind für den A100-Weiterbau

Umweltschützer werden dagegen Sturm laufen, und auch Mitglieder des Berliner Senats hatten sich zuletzt gegen das Prestigeprojekt des Verkehrsministeriums gewandt. So hatte im Wahlkampf für das Berliner Abgeordnetenhaus etwa die Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch den Stopp des Weiterbaus gefordert. Später erklärte sie dann, der im Bau befindliche 16. Bauabschnitt zwischen Neukölln und Treptow müsse entwidmet werden.

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Klimaschutz- und Umweltorganisationen wie Robin Wood, Ende Gelände, Fridays for Future und Sand im Getriebe lehnen die Verlängerung der A100 vom Dreieck Neukölln in Richtung Treptow und darüber hinaus bis nach Prenzlauer Berg ab. Immer wieder gab es deswegen Baustellenbesetzungen.

Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) sind für den Fortgang der Bauarbeiten. Die A100 sei die meistbefahrene Autobahn Deutschlands und lebenswichtig für den Wirtschaftsverkehr und die Versorgung von Millionen Menschen. „Viele Industrie- und Gewerbestandorte entlang der Trasse wären ohne einen Autobahnanschluss nahezu unattraktiv“, hieß es in einer UVB-Mitteilung vor einem Jahr.

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Osten der Berliner Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlastet

Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Berlin, erklärte am Dienstag: „Dass der Weiterbau der A100 bis Storkower Straße jetzt in die Wege geleitet wird, ist eine gute Nachricht für die Berlinerinnen und Berliner. Damit wird gerade der Osten der Berliner Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlastet. Somit dürfte sich auch die Luftqualität in vielen Stadtstraßen verbessern. Es ist zugleich eine gute Lösung für das Nadelöhr an der Elsenbrücke.“

Mit der A100 wäre der Osten Berlins besser erschlossen, der Großflughafen BER besser erreichbar. Friederici: „Es gibt damit viele Vorteile für die Menschen unserer Stadt. Deshalb erwarten wir hier von der Regierenden Bürgermeisterin, dass ihr Senat dieses Großvorhaben mit allen Kräften unterstützt. Berlin ist nun mal Großstadt, nicht Bullerbü. Wir stimmen der Einschätzung der IHK zu: Berlin braucht die A100 mehr denn je.“

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Für den Bau der ersten A100-Abschnitte wurden bereits mehrere Wohnhäuser und Kleingarten-Parzellen plattgemacht. Die Hauptleidtragenden der Bauarbeiten sind bisher Anwohner der Strecke.