Die Polizei beobachtet eine zunehmende Aggressivität im Straßenverkehr (Symbolbild). Foto: dpa/Christoph Schmidt

Die Polizei setzt sich für eine Kennzeichnungspflicht von Fahrrädern ein. Grund dafür seien wachsende Unfallzahlen mit darauffolgender Fahrerflucht. „Bei Beschwerden, bei schweren Verstößen und vor allem schweren Folgen, finde ich, dass es durchaus ein wichtiger Aspekt sein kann“, sagte Polizeipräsidentin Slowik in einem Interview mit der Berliner Morgenpost. „Wir beobachten eine zunehmende Aggressivität im Straßenverkehr – auch bei Fahrradfahrern“. Außerdem betonte Slwoik, dass mehr als die Hälfte aller Unfälle mit Fahrradfahrern von den Radlern selbst verursacht werden.

Bei sämtlichen Verkehrsteilnehmern gehe es auch immer um die Gefährdung Schwächerer. Das heiße: Auto gegen Rad und Rad gegen Fußgänger. „Und da muss man darüber nachdenken, wie man dem begegnen kann“, so Slowik. „Mit Blick auf die Beschwerden, die uns von Fußgängern übersandt werden, wäre eine Kennzeichnungspflicht auch für Radfahrer diese Überlegungen zumindest wert.“

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Die CDU unterstützt den Vorstoß. Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Berlin, sagte am Montag zudem: „Innensenator Geisel muss sich für eine bundesweite Regelung einsetzen.“ Gemeinsames Ziel müsse es sein, „diejenigen unter den Radlern zur Verantwortung zu ziehen, die im Straßenverkehr gegen die Regeln verstoßen oder sich aggressiv gegenüber anderen verhalten“. Auf diese Weise könnten „die Sicherheit und eine gegenseitige Rücksichtnahme im Verkehr“ gefördert werden.

Über eine Pflicht für Fahrradkennzeichen wird in Deutschland immer wieder mal diskutiert. Der Fahrradclub ADFC ist unter anderem mit Blick auf den hohen Verwaltungsaufwand dagegen.