EIne Liebesbotschaft der etwas anderen Art. Foto: Norbert Schmitzki

Auch die Sprayer dieser Stadt müssten zu Hause bleiben – aber sie halten sich nicht dran. An einem U-Bahn-Zug der Linie U3 tauchte deshalb jetzt eine besonderes Verzierung auf. Ist das Liebe in Zeiten von Corona?

Eigentlich strahlen die Züge der BVG in knallgelb – doch dieses Exemplar fiel offenbar einem liebesbedürftigen Sprayer zum Opfer. „Do you want to be my quarantine?“ steht auf dem pinkfarbenen Wagon, die Corona-Version der Frage „Do you want to be my valentine?“, mit der im englischen Sprachraum nach einem Date am Valentinstag gefragt wird. Quarantäne statt Rendezvous? Das trifft scheinbar auch manchen Berliner Graffiti-Künstler hart.

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Über das seltsame Gemälde wunderte sich auch Norbert Schmitzki, der angibt, Rangierfahrer bei der BVG zu sein. Fotos des großformatigen Bildes schickt er per Mail. Dazu schreibt er, er sei gerufen worden, um den erst frisch beschmierten Zug in die Waschanlage zu bringen. Als er kam, habe er Bahnhof noch nach Farbe gerochen. „Normalerweise sind immer Buchstaben drauf, wenn die ,Künstler‘ damit fertig sind, nichts Hübsches, aber da mussten wir doch sehr schmunzeln.

„Selbstverständlich haben wir Anzeige erstattet“

Eine Liebesbotschaft von den Sprayern in diesen harten Zeiten.“ Natürlich sei es Sachbeschädigung. „Aber es war wenigstens mal kreativ.“

Weniger leidenschaftlich gibt sich Petra Nelken, die Pressesprecherin der BVG – bei ihr knistert angesichts der Liebesbotschaft gar nichts. Generell äußere man sich nicht zu solchen Graffiti-Werken, das verschaffe den Sprayern nur mehr Anerkennung. Nur so viel: „Selbstverständlich haben wir Anzeige erstattet, so wie es in solchen Fällen immer passiert.“