Der RE1 der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) fährt an einer Schranke vorbei.
Der RE1 der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) fährt an einer Schranke vorbei. dpa/Patrick Pleul

Pendler, die zwischen dem Umland und Berlin unterwegs sind, sind von den Problemen bei der Odeg tagtäglich betroffen, jetzt schaltet sich die Politik ein: So kann es nicht weitergehen!

Kurz vor den Feiertagen ist bei der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) offenbar Land unter: Das Unternehmen hat angesichts massiver Krankmeldungen den Takt ausgedünnt, Züge kommen häufig zu spät oder fallen aus. Und das wird wohl noch länger so weiter gehen: Er gehe davon aus, dass das Unternehmen das Problem „im ersten Quartal 2023 in den Griff bekommen“ werde, sagte Odeg-Geschäftsführer Lars Gehrke am Freitag im RBB-Inforadio. Voraussetzung: Der derzeit „exorbitant hohe Krankenstand“ dürfe sich nicht weiter verschärfen. Gegenwärtig kämpfe das Unternehmen mit Krankenquoten „jenseits der 10, 15, 20 Prozent“, sagte Gehrke. Normalerweise liege die Quote unter 10 Prozent.

Die Odeg schränkt deshalb die Verstärkerzüge auf der Regionalexpress-Linie RE1 zwischen Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel stark ein. Zwar führen die Züge nach wie vor im Halbstundentakt, sagte Gehrke. Doch den zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember versprochenen Takt von drei Zügen pro Stunde kann die Odeg derzeit nicht gewährleisten.

Engpässe und Baustellen auf Berliner Stadtbahn führen zu Verspätungen

Neben dem hohen Krankenstand sind vor allem Engpässe und Baustellen auf der Berliner Stadtbahn ein Problem, unter denen nicht nur die Fahrgäste der Odeg leiden. Die Trassen, die zwischen Ost und West quer durch Berlin verlaufen, teilen sich S-Bahn-, Regional-, und Fernverkehr. Am Freitagvormittag waren Vertreter der Deutschen Bahn, der Odeg, des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) sowie Staatssekretäre aus den Berliner und Brandenburger Landesregierungen zusammengekommen, um die Lage zu besprechen.

Brandenburgs Landesregierung will die Odeg in die Pflicht nehmen. Sein Ministerium verlange Vertragstreue, so Staatssekretär Genilke im RBB-Inforadio. Er erwarte, dass der vereinbarte Fahrplan schnellstmöglich wieder eingehalten wird.