Fahrscheinautomaten werden für einen Tag überflüssig.  Foto: Sabine Gudath

Berlin - Berliner und ihre Gäste sollen künftig einmal im Jahr kostenlos Bus und Bahn fahren dürfen. In einem Antrag für das Abgeordnetenhaus fordern die Koalitionsfraktionen SPD, Linke und Grüne, dass sich Berlin jedes Jahr am 22. September mit verschiedenen Aktionen an einem europaweiten autofreien Tag beteiligt. Erster Schritt in diesem Zusammenhang soll demnach ein „fahrscheinloser Tag“ sein, an dem die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nichts kostet, damit die Leute ihr Auto stehen lassen. In dem Antrag wird der Senat aufgefordert, Konzepte zu erarbeiten. Er wird am Donnerstag im Abgeordnetenhaus beraten und voraussichtlich auch beschlossen.

„Der autofreie Tag ist eine Chance, die autogerechte Stadt, die für schwächere Verkehrsteilnehmer*innen eine alltägliche Gefahr darstellt, zu unterbrechen und für Alternativen zum Pkw zu werben“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Harald Moritz, am Mittwoch. Neben kostenlosem ÖPNV sei an diesem Tag auch denkbar, Straßen oder Straßenabschnitte im Zentrum autofrei zu machen, etwa den Kurfürstendamm. Ein Abschnitt der Friedrichstraße ist im Rahmen eines Modellprojekts bereits bis Ende Januar für Autos tabu.