Der Neustart bei der S-Bahn Berlin verzögert sich weiter.
Der Neustart bei der S-Bahn Berlin verzögert sich weiter. dpa/Jens Kalaene

Der Neubeginn bei der S-Bahn Berlin war bereits geplant, doch nun verzögert sich der Beginn des Betriebs mit einem möglichen neuen Ausschreibungsgewinner weiter. Der Betriebsstart im Teilnetz Stadtbahn, also den Linien in Ost-West-Richtung, ist nun für Juni 2029 vorgesehen - also 16 Monate später als zuletzt gedacht.

Das Vergabeverfahren für große Teile des Berliner S-Bahn-Netzes ist damit zwar in eine nächste Phase eingetreten, der Neustart möglicherweise mit neuen Betreibern wird sich aber deutlich verzögern. Das teilte die Senatsverwaltung für Mobilität am Mittwoch mit. Beim zweiten Teilnetz, dem von Nord-Süd rechnet sie derzeit mit einer Verzögerung von 30 Monaten und einem Betriebsstart erst ab Juni 2030.

Bahn sieht kein „Beschleunigungspotenzial“ für Neustart der S-Bahn Berlin

Als Grund nannte Senatorin Bettina Jarasch (Grüne) Verzögerungen beider Anbindung von potenziellen, neuen Werkstatt-Standorten an das bestehende S-Bahn-Netz durch die DB Netz. „Wir sind die ganze Zeit über von einem anderen Zeitplan, der auch intensivst besprochen war mit der DB Netz, ausgegangen. Aber sie haben uns jetzt vor kurzem mitgeteilt, dass sie das nicht halten können“, sagte Jarasch.

Sie habe darüber auch mit Deutsche-Bahn-Chef Richard Lutz gesprochen, es gebe aber kein „Beschleunigungspotenzial“ bei der Bahn.

Bislang betreibt die Deutsche Bahn die Berliner S-Bahn komplett. Das Vergabeverfahren für den künftigen Betrieb gilt als äußerst komplex. Ausgeschrieben wurde die Lieferung Hunderter Züge samt Instandhaltung sowie der Fahrbetrieb.

Zuschlag bei Vergabe soll Anfang 2024 fallen

Unternehmen, die am künftigen Betrieb des S-Bahn-Netzes interessiert sind, mussten bereits vor einiger Zeit vorläufige Interessensbekundungen einreichen. Ab Mittwoch begann - ebenfalls mit Verzögerung - eine achtmonatige Frist zur Abgabe von verbindlichen Angeboten. Der finale Zuschlag soll Anfang 2024 erfolgen.

Um durch die Verzögerung des Neustarts keine Lücken zu haben, hat die Senatsverwaltung nach eigenen Angaben vor einiger Zeit einen Übergangsbetrieb mit Altfahrzeugen ausgeschrieben. „Eine Ertüchtigung der Alt-Fahrzeuge wurde schon beauftragt“, sagte Jarasch.