Das Verkehrs-Chaos auf der Bahnhofstraße in Köpenick wird sich noch lange ziehen.
Das Verkehrs-Chaos auf der Bahnhofstraße in Köpenick wird sich noch lange ziehen. GE-Foto/imago

Jetzt wird es richtig krass. Nicht, dass das Verkehrschaos in der Köpenicker Bahnhofstraße nicht schon stressig genug ist für Anwohner und Durchfahrer. Jetzt kostet das Durchqueren des Bahnhofs nicht mehr nur Nerven, sondern im schlimmsten Fall auch richtig Kohle. Die Polizei steht da und zieht ein Auto nach dem anderen raus – und bittet zur Kasse.

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Was ist passiert? Nachdem die Deutsche Bahn im März mit dem Umbau zum Regionalbahnhof begonnen hat, regiert in Köpenick das Chaos auf der Bahnhofstraße. Autos, Straßenbahnen und Busse drängeln sich aus Oberschöneweide oder der Altstadt kommend durch die Hauptstraße. Mindestens 30 Minuten Passierdauer muss man im Berufsverkehr einplanen. Oft deutlich mehr.

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Polizei bittet im Köpenicker Verkehrs-Chaos hinterm Bahnhof zur Kasse

Das Ganze geht so weit, dass die BVG ihre Kunden sogar zum Laufen auffordert. 20 Minuten soll man einplanen. Das ist immer noch schneller, als mit Bus oder Straßenbahn im Stop-and-go auszuharren.

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Und als wäre das alles nicht Katastrophe genug für die leidgeplagten Anwohner, wird das Passieren des Bahnhofs jetzt auch noch zur Busgeld-Falle! Der Grund: Vom Elcknerplatz kommend wurde mal eben das Abbiegen nach rechts unter den Bahnhof untersagt. Dahinter ziehen Polizisten Autofahrer und sogar Radfahrer raus, bitten zur Kasse.

Vor allem in Richtung Bahnhof Köpenick ist das Stau-Chaos extrem. 
Vor allem in Richtung Bahnhof Köpenick ist das Stau-Chaos extrem.  GE-Foto/imago

Nicht, dass das nicht rechtens wäre. Doch auf die veränderte Verkehrsführung wird beim Befahren der Borgmannstraße, die auf den Elcknerplatz führt, nicht hingewiesen. Heißt im Klartext: Wer einmal in der Falle sitzt, kann sich strafbar machen – oder nach links abbiegen und sich noch einmal von vorn anstellen am Ende der Bahnhofstraße.

Das machen die meisten natürlich nicht. Und die Polizei bittet fleißig zur Kasse. Ein Autofahrer nach dem anderen wird aus dem Verkehr gezogen. Zehn Euro werden dann fällig.

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Auch Radfahrer müssen im Köpenicker Verkehrs-Chaos blechen

Die Polizisten, die hinterm Bahnhof abkassieren, sind jedoch oft selbst nicht glücklich mit den Knöllchen, die sie ausstellen müssen. Auch sie wissen um das Leid der Anwohner, verraten im Gespräch, dass auch sie sich wünschen würden, dass es zumindest Hinweisschilder auf die veränderte Verkehrsführung geben würde – früh genug, dass man ausweichen kann. Also spätestens an der Ecke Borgmannstraße/Parrisiusstraße. Doch dafür sei die Polizei nicht zuständig.

Auch eine Radfahrerin, die entnervt vom Sattel geholt wird, muss blechen. Verständnis hat sie dafür nicht. Ihr und allen anderen Bikern bleibt in Zukunft aber zumindest die Option, am Elcknerplatz vom Rad zu steigen und dieses durch die Bahnhofsunterführung für Fußgänger zu schieben. Autofahrer, die in die Falle fahren, müssen mindestens 30 Minuten Umweg in Kauf zu nehmen – oder eben zehn Euro zu blechen.