Keine Autos am Hackeschen Markt währen des ersten Corona-Lockdowns. So könnte es zukünftig dauerhaft aussehen. Imago/STPP

Das wird nicht bei jedem Berliner gut ankommen. Die grüne Verkehrssenatorin Bettina Jarasch kann sich vorstellen, dass Hackescher Markt und Tauentzienstraße autofrei werden. Diese Themen müssten besprochen und angegangen werden – auch um Geschäftsstraßen wiederzubeleben.

Bettina Jarasch: Viele Plätze in Berlin eignen sich für autofreies Leben

„Es gibt eine Reihe von Plätzen, die sich sehr dafür eignen würden, für die es aber noch keine politischen Beschlüsse gibt“, sagte Jarasch dem Tagesspiegel. Als ein Beispiel dafür nannte sie den Hackeschen Markt. „Aber ich kann mir eine autofreie Verkehrslösung auch am Tauentzien vorstellen“, sagte die Senatorin. „Da gibt es zum Teil schon ähnliche Wünsche von den Gewerbetreibenden.“ Alle diese Themen müssten gemeinsam mit den Anrainerinnen und Anrainern gut vorbereitet werden.

„Es geht hier um Geschäftsstraßen, also auch darum, wie dort der Betrieb wiederbelebt werden kann.“ Und weiter: „Die Umsetzung muss diesem Anspruch gerecht werden. Das ist in der Friedrichstraße im ersten Anlauf noch nicht gelungen, trotz vieler positiver Effekte.“

Der Tauentzien ist noch immer sehr auf Autos ausgelegt. Imago/Olaf Wagner

Die Tauentzienstraße in der City West zählt mit dem Kaufhaus des Westens (KaDeWe) und dem Europacenter zu Berlins bekanntesten Shoppingmeilen. Der Hackesche Markt zwischen Friedrichstraße und Alexanderplatz in Berlin-Mitte ist ebenfalls bekannt für zahlreiche Möglichkeiten zum Einkaufen, in Flagshipstores wie in kleineren Mode- und Schuhgeschäften.

Friedrichstraße soll autofrei bleiben

Die Friedrichstraße soll auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt zwischen Französischer und Leipziger Straße dauerhaft autofrei bleiben. Dort hatte die Verkehrsverwaltung Ende August 2020 zunächst einen umstrittenen Verkehrsversuch zur „Flaniermeile Friedrichstraße“ gestartet, der nicht zuletzt von Seiten der Wirtschaft kritisiert wurde.

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Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Felix Reifschneider, teilte am Montag mit, Berlin sei eine pulsierende Metropole und kein romantisiertes Dorfidyll. „Voraussetzung für eine temporäre Umgestaltung des Tauentziens ist ein mit dem Handel, Anliegern und Betroffenen abgestimmtes Konzept, eine Datenerhebung vor und während des Vorhabens zu Verkehrsströmen, Einkaufsverhalten und Verlagerungseffekten sowie messbare Ziele.“ Genau das scheint der grünen Senatorin auch vorzuschweben.