Flughafen Berlin-Tegel. Foto: Christophe Gateau/dpa

Der Flughafen Tegel in Berlin kann am 15. Juni vorläufig schließen. Darauf verständigten sich der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg am Mittwochmorgen in einer per Videokonferenz ausgerichteten Gesellschafterversammlung, wie eine Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen bestätigte.

Berlin und Brandenburg dringen schon länger darauf, den derzeit wegen der Corona-Krise kaum genutzten Flughafen einstweilig zu schließen und damit Kosten zu sparen. Die Frage war wegen Einwänden der Bundesregierung allerdings mehrfach vertagt worden. Bereits am Dienstag hatte das "Handelsblatt" unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, die beteiligten Bundesministerien hätten ihre Einwände zurückgezogen.

Der Bund hatte seine Einwände bislang damit begründet, dass die Zeit für die Inbetriebnahme des neuen Regierungsterminals in Schönefeld bis zur im Juli beginnenden deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu kurz sei. Laut "Handelsblatt" wurde dies inzwischen gelöst.

Die endgültige Entscheidung über die geplante Betriebspause am Berliner Flughafen Tegel fällt nach Betreiberangaben in den nächsten Wochen. „Nach der Genehmigung der Luftfahrtbehörde werden wir sehen, ob der verlässliche und sichere Flugbetrieb für die Hauptstadtregion in den kommenden Monaten einen oder zwei Flughäfen braucht“, teilte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup der dpa mit. Es werde ermittelt, ob die Zunahme des Flugverkehrs die Offenhaltung Tegels ermögliche oder ob eine vorübergehende Schließung wirtschaftlich unvermeidlich werde.

Der sonstige Berliner Flugverkehr könnte ohnehin über den ebenfalls derzeit nicht ausgelasteten Flughafen Schönefeld abgewickelt werden. Ende Oktober soll dann nach jahrelangen Verzögerungen der neue Flughafen BER, ebenfalls in Schönefeld, in Betrieb gehen. (AFP/dpa)