Hübsch eingezäunt, aber sonst nichts los: das Bauloch auf dem Mehringdamm. Gerhard Lehrke

Berliner Straßenbaustellen sind oft rätselhaft. Niemand scheint dort je zu arbeiten, aber plötzlich sind sie fertig. Nicht so auf dem Mehringdamm in Kreuzberg stadtauswärts Ecke Dudenstraße. Dort bewegt sich seit Monaten kein Arbeiter mehr, auf den Erdhaufen gedeiht Unkraut. Der Verkehr, der um das Loch herum auf die Gegenfahrbahn geführt wird, staut sich gern.

Und nein, der BVG, die dort gleich mehrere Arbeiten gleichzeitig erledigt, ist nicht das Geld ausgegangen. Sie wartet auf eine Baugenehmigung vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg – und das nun schon seit zwei Monaten.

Allmählich breiten sich sogenannte Pionierpflanzen auf der Baustelle Mehringdamm aus. Gerhard Lehrke

Vor rund zwei Jahren hatte die BVG begonnen, am U-Bahnhof „Platz der Luftbrücke“ die Decke der Bahnhofshalle und die Abdichtung des Tunnels zu sanieren, den Bahnsteig zu reparieren und schließlich einen Aufzug zu bauen. Gesamtkosten: rund 8,5 Millionen Euro.

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Gegenwärtig wird am Aufzugsschacht auf der kleinen Freifläche vor dem Wohn-Hochhaus Mehringdamm/Dudenstraße gearbeitet. Nebenan über dem Tunnel aber geschieht nichts. Der Grund laut BVG-Sprecherin Petra Nelken: Zwischen Tunneldecke und Fahrbahn soll eine gut 20 Zentimeter starke weitere Schutzdecke eingezogen werden.

BVG wartet auf Baugenehmigung für Mehringdamm

Die gilt als „bautechnische Sonderlösung“ und bedarf einer Genehmigung durch das Bezirksamt – und die liegt auch nach zwei Monaten noch nicht vor. Eine Anfrage des Berliner KURIER, wann denn mit der Genehmigung zu rechnen sei, blieb seitens des Bezirks unbeantwortet.

Die BVG nahm das Bezirksamt aber insofern in Schutz, dass es bislang keine berlinweite Regelung für den Einbau der „bautechnischen Sonderlösung“ gibt, sodass in jedem Bezirk, in dem die BVG derlei Einbauten über ihren Tunneln vornehmen will, der Genehmigungsprozess aufs Neue beginnt. Man sei aber mit der Senatsbauverwaltung darüber im Gespräch, dass das Verfahren vereinfacht und nicht jedes Mal eine neue, bezirkliche Genehmigung erforderlich wird.

In jedem Fall werde die verwaiste Baugrube in dem Moment wieder in Angriff genommen, in dem die Genehmigung vorliegt. Und dann werden die Straßen wiederhergestellt. Ob die Gesamtfertigstellung wie geplant am 25. Oktober klappt, wird man sehen. Am 9. Juli jedenfalls soll die halbseitige Sperrung des Bahnsteigs (Züge der U6 fahren stadteinwärts durch) enden.