So könnte die vorgeschlagene Hochbahn in Berlin aussehen. Das Transport System Bögl verfügt über Magnetschwebebahntechnik und schafft Tempo 150. Visualisierung: Firmengruppe Max Bögl

Autos, Busse, Bahnen, E-Tretroller - und vieles mehr. In Berlin gibt es viele verschiedene Verkehrsmittel, eines allerdings nicht mehr: eine Magnetschwebebahn. Das möchten die Berliner Christdemokraten ändern. „Wir wollen dafür sorgen, dass das umweltfreundliche und leise Verkehrssystem bei Erweiterungen des ÖPNV-Netzes zum Zuge kommt – beispielsweise bei der weiteren Erschließung des BER oder der Erschließung neuer Wohngebiete“, heißt es in einem Beschluss des CDU-Landesvorstands von Freitag.

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Damit soll Berlin zu einem „Vorreiter moderner urbaner Mobilität“ werden, sagte Kai Wegner, Landesvorsitzender und Bundestagsabgeordneter. „Schluss mit rot-rot-grünem Stillstand! Die CDU will Berlin wieder in Bewegung bringen. Meine Idee: eine Hochbahn mit Magnetschwebetechnologie. Das wird ein Leuchtturm in Berlin: nahezu geräuschlos und sehr umweltfreundlich.“

Idee ist nicht neu

Eine Magnetschwebebahn für Berlin: Neu ist die Idee nicht. 1984 begann der Probebetrieb auf der M-Bahn zwischen Gleisdreieck und Kemperplatz. 1988 fuhr allerdings ein Testzug über das Ziel hinaus, die spektakulären Unfallbilder von der in der Luft hängenden Bahn sorgten für hämische Kommentare. Von 1989 an durften Fahrgäste mitfahren, bis zwei Jahre später der Wiederaufbau eines beim Mauerbau unterbrochenen Abschnitts der U-Bahn den Abbau erzwang.

In den 1990er-Jahre begannen dann die Planungen für die Magnetschnellbahn Transrapid, die Berlin und Hamburg verbinden sollte. 2000 kam aber auch für dieses Projekt das Aus, weil die erwarteten Kosten immer weiter gestiegen waren und der Ausbau der bestehenden Bahnstrecke wirtschaftlicher war.

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2016 schlug der Oberpfälzer Baukonzern Max Bögl vor, den künftigen Schönefelder Flughafen BER und den U-Bahnhof Rudow mit einer Magnetschwebebahn zu verbinden. Auch für Strecken in und nach München wurde das „Transport System Bögl“ diskutiert. Eine solche Bahn taucht nun auf der Visualisierung auf, die an diesem Freitag von der Berliner CDU verbreitet wurde. Auf diesem Bild ist das fahrerlose, automatische Personentransportsystem in der deutschen Hauptstadt unterwegs, wie der im Hintergrund abgebildete Fernsehturm zeigt. Die Trasse verläuft auf dem Mittelstreifen der Stadtautobahn.

Kritik von den Grünen

In jedem Fahrzeugteil hätten bis zu 127 Menschen Platz, hieß es. Tempo 150 wäre möglich. Die Bauzeit wäre nicht lang, hieß es. Maximal zwei Jahre nachdem der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig geworden ist, könnten die ersten Bahnen durch die Stadt schweben. Auch die Baukosten wären moderat: rund 30 Millionen Euro pro Kilometer. „Zum Vergleich: Ein neuer Kilometer U-Bahn kostet Schätzungen zufolge zwischen 200 Millionen bis 300 Millionen Euro“, hieß es bei den Berliner Christdemokraten.

Die Reaktion auf den Vorschlag fielen gemischt aus. „Als ich vor 15 Jahren in München erfolgreich gegen dieses sinnlose Projekt Transrapid gekämpft habe, dachte ich, dass ich da nochmal ran muss“, twitterte der Berliner Grünen-Politiker Stefan Taschner. „Aber bei der CDU Berlin geht Retro ja immer.“ Ein anderer Tweet lautete: „Das Geld sollte besser in einen soliden Bestand an Personal, Zügen, Bussen, Bahnen und Werkstätten für das bestehende Netz und dessen Ausbau investiert werden. Die Menschen wechseln nur, wenn Stadt, Bahn und BVG schnell in Vorleistungen gehen.“ Vereinzelt gab es aber auch Zustimmung. Zitat: „Das ist eine gute Idee. Leider ist mit dem von Ideologien durchseuchten Senat sowas nicht zu machen.“

Mit seinem 30-seitigen Konzept will sich der CDU-Landesvorstand für eine „nachhaltige, vernünftige und unideologische Verkehrswende“ einsetzen. Der Nahverkehr soll verbessert werden – unter anderem durch einen stadtweiten Zehnminutentakt, die Ausweitung des Tarifbereichs Berlin B ins Umland, einen autonomen Bus auf dem Kurfürstendamm oder Wassertaxis auf Spree, Havel und Kanälen. Außerdem schlägt die CDU vor, die hoch ausgelastete S-Bahn mit einem „Ringexpress“, kurz REX, auf der Ringbahn und nach Schöneweide zu ergänzen.

Mit der U-Bahn nach Buch

Das U-Bahn-Netz soll wachsen, unter anderem nach Niederschönhausen und Französisch Buchholz (U2) oder auf der Alexanderplatz-Blankenburg-Karow-Buch (U10).

Deutlich kürzer fällt dagegen die Wunschliste der CDU für neue Straßenbahnstrecken aus. Außer der Trasse von der Warschauer Straße zum Hermannplatz in Neukölln umfasst sie folgende Tram-Projekte: Seestraße-Beusselstraße-Turmstraße, Schöneweide-Johannisthaler Chaussee-Buckower Chaussee-Marienfelde sowie „Lückenschlüsse der Straßenbahnlinien 12 und 50 sowie der M4 und M1“. Der CDU ist es wichtig, dass Straßenbahnen eigene Trassen bekommen sollen.

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„Wir treten für den Ausbau sicherer Radwege ein. Pop-up- Aktionismus lehnen wir aber ab. Bei der Planung neuer sicherer Radwege sollten die Anwohner, die gewerbliche Wirtschaft und die BVG verbindlich beteiligt werden. Pop-up-Radwege, die eine Gefahr für Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer darstellen, wollen wir schnellstmöglich abschaffen. Strecken, die sinnvoll sind, wollen wir erhalten.", so die Christdemokraten.

Auch den Fußgängern widmet die CDU Berlin Forderungen. Sie  sollten an Ampeln  ausreichende Querungszeiten bekommen. Fußgängerzonen und Sitzgelegenheiten zum Beispiel für ältere Menschen stehen ebenfalls auf der Liste. O-Ton: „Fußgänger verdienen Wohlfühloasen in der Stadt.“