Teilnehmer der Fahrraddemo von Extinction Rebellion auf der AVUS. Foto: Michael Kappeler/dpa

Die von der Corona-Krise schwer getroffenen Busunternehmen wollen am Mittwoch (12.00 Uhr) erneut für mehr finanzielle Unterstützung vom Staat demonstrieren. Fast tausend Busse aus ganz Deutschland sollen nach Berlin fahren und dieser Forderung Nachdruck verleihen. Dazu rufen laut der Nachrichtenagentur AFP der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (BDO), der Internationale Bustouristik Verband (RDA) und die Gütegemeinschaft Buskomfort (GBK) auf, die im Anschluss an eine Sternfahrt eine Kundgebung am Brandenburger Tor veranstalten. Die Busunternehmen machten bereits Ende Mai in mehreren Städten Deutschlands auf ihre Lage aufmerksam.

Die Bundesregierung hätte den Unternehmen mit dem Verbot von Busreisen am 17. März die Geschäftsgrundlage entzogen, heißt es beim BDO. Seitdem folgen Neustarts in den Bundesländern, allerdings mit teils drastischen Auflagen, die der Branche zufolge „ein Arbeiten unmöglich machen“. Auf die Hilferufe der Unternehmen habe die Politik bisher nicht angemessen reagiert.

Das sind die Strecken der Bus-Sternfahrt:

  • Rastplatz Stolper Heide (A111) - A111 bis Kurt-Schumacher-Damm, danach mit dem 2. Korso zum Großen Stern
  • Ab Kurt-Schumacher-Damm über Kapweg – Scharnweberstr. – Müllerstr. – Chausseestr. – Invalidenstr. – Alt-Moabit – Rahel-Hirsch-Str. – Hugo-Preuß-Brücke – Kapelle Ufer – Reinhardtstr. – Friedrichstr. – Unter den Linden – Wilhelmstr. - Dorotheenstr. – Scheidemannstr. – John-Foster-Dulles-Allee – Sreeweg – Großer Stern – Straße des 17. Juni zwischen Ernst-Reuter-Platz und Großer Stern
  • Ab Flughafen Berlin Brandenburg (BER) – Hugo-Junkers-Ring – Schönefelder Chaussee – Jürgen-Schumann-Allee – Flughafen - Waltersdorfer Chaussee – Neuköllner Straße – Rudower Straße – Buschkrugallee – Blaschkoallee – Gradestraße – Ullsteinstraße – Tempelhofer Damm – Mehringdamm – Wilhelmstraße – Leipziger Straße – Potsdamer Platz – Potsdamer Straße – Reichpietschufer – Von-der- Heydt-Straße – Klingelhöferstraße – Hofjägerallee – Großer Stern – Straße des 17. Juni – Platz des 18. März
  • Ab Olympischer Platz - Olympische Str. - Reichsstr. - Theodor-Heuss-Platz - Kaiserdamm - Bismarckstr. - Ernst-Reuter-Platz - Straße des 17. Juni - Großer Stern - Straße des 17. Juni – Brandenburger Tor

Mehrere hundert Radfahrer bei Sternfahrt nach Mitte erwartet

Neben der Demonstration der Busunternehmen sind für Mittwoch noch weitere Proteste geplant: Ab 8.30 Uhr soll es eine Fahrrad-Sternfahrt zum Großen Stern geben, für die unter anderem auch die Avus (A115) gesperrt wird. Ab 11 Uhr will sich die Fahrraddemo, an der sich auch etwa 200 Umweltaktivisten der Gruppe Extinction Rebellion beteiligen wollen, in Richtung Rotes Rathaus begeben.

Außerdem erwartet die Polizei ab 10 Uhr etwa 1500 Demonstranten auf dem Alexanderplatz. Der Demonstrationszug, der sich für die Reisebranche einsetzt, soll zum Pariser Platz führen. Von 11 Uhr bis 12.30 Uhr ist eine Demonstration unter dem Motto „Bevorzugung des Automobils als primäres Verkehrsmittel“ geplant. Insgesamt rechnet die Polizei deswegen mit mehr als 2000 Demonstrierenden rund um den Großen Stern und das Brandenburger Tor.

Die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) warnt daher vor erheblichen Verkehrseinschränkungen auf den Routen von 10 bis 16 Uhr und den Auswirkungen auf das gesamte Stadtgebiet. Verkehrsteilnehmende sollten insbesondere den Bereich des Großen Tiergartens, des Regierungsviertels (Straße des 17. Juni, Großer Stern, Hofjägerallee, John-Foster-Dulles-Allee) bis zum frühen Abend weit umfahren. Dort sei wegen der Aufstellung der Reisebusse und wegen der Kundgebungen mit umfangreichen Sperrungen zu rechnen. Die VIZ empfiehlt allen Verkehrsteilnehmern, möglichst auf S-Bahnen, U-Bahnen oder das Fahrrad umzusteigen.