Eine Straßenbahn am Alexanderplatz. Foto: Andreas Gora/imago images

Auf stark nachgefragten Linien können die Berliner demnächst in längere Straßenbahn-Züge einsteigen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben erstmals 50 Meter lange Fahrzeuge bestellt, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

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Insgesamt liefert der Hersteller Bombardier Transportation bis zu 117 neue Züge, darunter auch 30 Meter lange Fahrzeuge. Sie sollen von Ende 2022 bis 2033 geliefert werden. Das Mindestvergabevolumen liegt bei 350 Millionen Euro. Zusätzlich soll Bombardier mehr als 30 Jahre lang die Ersatzteilversorgung übernehmen.

Mit der Neuanschaffung sollen nach und nach Züge ersetzt werden, die in den 90er Jahren angeschafft wurden. 150 Exemplare des Typs GT6 fahren in Berlin. Außerdem gibt es 207 Fahrzeuge des Typs Flexity, die von 2008 an ebenfalls bei Bombardier beschafft wurden.

Senat segnet milliardenschweren Verkehrsvertrag mit BVG endgültig ab

Mit einem milliardenschweren Programm will der Berliner Senat unterdessen die U-Bahn- und Busflotte der BVG modernisieren und das Angebot ausbauen. Neue Fahrzeuge, mehr E-Busse, mehr Strecken, dichtere Takte und mehr Verlässlichkeit sollen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver machen und mehr Menschen überzeugen, ihr Auto stehen zu lassen. Am Dienstag stimmte der Senat einigen Nachträgen zu dem neuen Verkehrsvertrag für die Jahre 2020 bis 2035 mit der BVG zu, wie Verkehrs- und Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) mitteilte. Der Mantelvertrag dazu war bereits im Juli beschlossen worden und ist seit September in Kraft.

In dem Vertrag ist festgelegt, welche Leistungen die BVG bis 2035 erbringen soll. Das Gesamtvolumen der geplanten Ausgaben beträgt nach früheren Angaben Günthers rund 19 Milliarden Euro. Für den rot-rot-grünen Senat ist der BVG-Vertrag ein Kernprojekt der propagierten ökologischen Verkehrswende.

„Neu und bundesweit einmalig ist die mit den Verkehrsbetrieben vereinbarte Mobilitätsgarantie“, erklärte die Verkehrsverwaltung zu den nun beschlossenen Nachträgen. Fahrgäste mit Handicaps oder sonst eingeschränkter Mobilität sollen demnach auch beim Ausfall von Fahrstühlen oder anderen Hindernissen garantiert und ohne zusätzliche Kosten an ihr Ziel kommen können. Ein Umsetzungskonzept werde erarbeitet und voraussichtlich Ende 2021 in eine einjährige Pilotphase münden, hieß es.