Das 49-Euro-Ticket soll nun erst ab April 2023 verfügbar sein.
Das 49-Euro-Ticket soll nun erst ab April 2023 verfügbar sein. dpa/Kay Nietfeld

Erst sollte das 49-Euro-Ticket ab Oktober starten. Dann wurde als Startdatum der 1. Januar 2023 genannt. Nun wird es noch später: Der Nachfolger für das 9-Euro-Ticket soll erst zum 1. April 2023 starten! Darauf verständigten sich die Verkehrsministerinnen und -minister von Bund und Ländern am Dienstag auf einer Sonderkonferenz, wie Bremens Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) als Konferenzvorsitzende anschließend mitteilte. Sie verwies allerdings auf noch offene Finanzfragen.

Ursprünglich war der Start der bundesweiten Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr, die offiziell Deutschlandticket heißen soll, für den 1. Januar vorgesehen gewesen. Begründet wurde die erneute Verzögerung mit noch notwendigen Vorbereitungen sowie der Frage, wie mögliche Mehrkosten zwischen Bund und Ländern aufzuteilen sind, die über die bislang vorgesehenen drei Milliarden Euro pro Jahr hinausgehen.

Dennoch bleibt Start des 49-Euro-Tickets im April weiter unklar

Die Länder fordern auch für die Mehrkosten eine hälftige Aufteilung. „Die Länder sind bereit, die Hälfte womöglich anfallender Mehrkosten zu übernehmen“, sagte Schaefer. Diese Erwartung gebe es aber auch an den Bund.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sprach von einer Einführung des 49-Euro-Tickets „spätestens“ zum 1. April. Damit beginne eine neue Ära für den öffentlichen Nahverkehr, erklärte er. Einige Ministerinnen und Minister erklärten dagegen, die Einführung zum 1. April werde lediglich angestrebt, machten dies aber von der Klärung der noch offenen Fragen abhängig. Damit bleibt weiter unklar, ob das Ticket zum 1. April auch wirklich starten kann.

Giffey will Fortführung des 29-Euro-Tickets mindestens bis Ende März

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hatte derweil angekündigt, dass sie die Beibehaltung des derzeitigen 29-Euro-Tickets für die Tarifbereiche AB in Berlin unterstütze. „Ich denke, dass Berlin sich weiter dafür einsetzt, dass das 49-Euro-Ticket bundesweit kommt und dass wir auf der anderen Seite aber auch darüber diskutieren, was können wir im Land tun“, sagte Giffey am Dienstag.

Im Nachtragshaushalt seien 500 Millionen Euro für ein ÖPNV-Paket eingeplant. Damit solle unter anderem das 29-Euro-Ticket und das 9-Euro-Sozialticket bis März finanziert werden. Möglicherweise will der Senat das Angebot jedoch darüber hinaus verlängern - als Angebot parallel zum bundesweiten 49-Euro-Ticket.