In Berlin werden immer mehr sichere, grün markierte Radwege eingerichtet.
In Berlin werden immer mehr sichere, grün markierte Radwege eingerichtet. infraVelo/Börner

Mehr Platz für Radfahrer, weniger für Autofahrer. Die Radwege in Berlin sollen stark ausgebaut werden. Kern ist ein 871 Kilometer langes sogenanntes Vorrangnetz mit den wichtigsten gesamtstädtischen Radverbindungen. Der Ausbau geht voran, aber nicht sehr schnell. In diesem Jahr sollen nur 40 Kilometer ausgebaut werden. Neuestes Projekt: die „Opernroute Nord“, auf der die Arbeiten in dieser Woche begonnen haben. 

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„Radverkehrsanlagen im Vorrangnetz werden 2,50 Meter pro Richtung breit sein und damit ein schnelles und sicheres Vorankommen garantieren“, heißt es bei der Senatsverwaltung für Umwelt und Mobilität. Neben dem Vorrangnetz ist ein Ergänzungsnetz mit einer Länge von rund 1505 Kilometern geplant, beispielsweise durch Fahrradstraßen. Diese Wege im Ergänzungsnetz sind im Regelfall 2,30 Meter breit, in Ausnahmefällen mindestens zwei Meter.

Charlottenburg: Die „Opernroute Nord“ wird ein 2,50 Meter breiter, grün markierter Radweg

Die „Opernroute Nord“, die gerade entsteht, gehört zur ersten Kategorie. Sie ist eine mehr als zwei Kilometer lange Nord-Süd-Verbindung von der Bismarckstraße bis zum Jakob-Kaiser-Platz sowie zum Goerdelersteg am Westhafenkanal in Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Großteil dieser Fahrradroute (Bismarckstraße bis Olbersstraße) wird als Vorrangroute an die Standards des Berliner Radverkehrsplans angepasst und grün beschichtet.

Die bestehenden Schutzstreifen für Radfahrer, die bisher nur eine Breite von 1,70 Metern haben und auf längeren Abschnitten ohne Sicherheitsabstand zum ruhenden Verkehr verlaufen, werden auf 2,50 Meter verbreitert. Zudem wird der Radfahrstreifen grün beschichtet, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. An Einmündungen und in Kreuzungsbereichen wird der Weg rot markiert. „Im mittleren und nördlichen Bereich wird an dafür geeigneten Stellen noch die abschnittsweise Einrichtung von Protektionselementen geprüft“, teilt die Senatsverwaltung mit.

Die „Opernroute Nord“: Die Radwege werden jetzt grün markiert.
Die „Opernroute Nord“: Die Radwege werden jetzt grün markiert. infraVelo/Butzmann

Beginnend an der Deutschen Oper in der Bismarckstraße verläuft die „Opernroute Nord“ von Süd nach Nord über die Richard-Wagner-Straße bis zur Otto-Suhr-Allee. Nördlich davon wird sie über die Wintersteinstraße bis zur Caprivibrücke geführt. Nach Querung der Spree folgt die Sömmeringstraße, der Mierendorffplatz und die Lise-Meitner-Straße bis zum vorläufigen Endpunkt an der Olbersstraße. Die Planung und Umsetzung erfolgt durch die landeseigene infraVelo in Abstimmung mit dem Bezirk.

Die Bauarbeiten starten in Zillestraße und Krumme Straße: Dort wird eine etwa 330 Meter lange Fahrradstraße eingerichtet. Diese wird nur noch für den Anliegerverkehr freigegeben sein. Anschließend folgen die Arbeiten von der Bismarckstraße bis zur Otto-Suhr-Allee mit einem 600 Meter langen Abschnitt, der grün beschichtet wird. Bis Ende September 2022 soll hier alles fertig sein.

Auch der zweite Bauabschnitt zwischen Otto-Suhr-Allee und Nordhauser Straße soll laut Verkehrsverwaltung möglichst noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Der nördliche Abschnitt bis zur Olbersstraße folgt voraussichtlich im Frühjahr 2023.

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Die „Opernroute Nord“ ist nicht das einzige Projekt, an dem die landeseigene infraVelo gerade arbeitet. Auch in Prenzlauer Berg gibt es ein Großprojekt: Grellstraße und Storkower Straße (3400 Meter).

Prenzlauer Berg: In der Grellstraße verschwinden Parkplätze

Zwischen Prenzlauer Allee und Kniprodestraße werden die Schutzstreifen durch grüne Radfahrstreifen ersetzt. Im ersten Bauabschnitt (Grellstraße) müssen dafür auf einer Länge von 900 Metern auf der südlichen Straßenseite zwischen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße viele Parkplätze weichen, um Platz für den 2,50 Meter breiten Radfahrstreifen zu schaffen. Wohl nur acht Parkplätze bleiben erhalten, Ladezonen für den Lieferverkehr sowie ein Stellplatz für Carsharing-Fahrzeuge werden eingerichtet.

Auf den anderen drei Bauabschnitten, die mit 2500 Metern drei Viertel der Gesamtlänge ausmachen, erfolgt die Straßenaufteilung so, dass alle Parkplätze erhalten bleiben. Zeitraum der Arbeiten: drittes bis viertes Quartal 2022.

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Fertiggestellt wurden in diesem Jahr schon die Abschnitte Alt-Biesdorf (300 Meter) und der Kreuzungsbereich Alt-Biesdorf/Märkische Allee (1400 Meter). Hier wurden Radfahrstreifen im Auftrag des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf saniert, verbreitert und mit einer Sperrfläche vom Autoverkehr getrennt.